Digitale Vortragsveranstaltung: Welchen Gefahren mussten Urpferdchen vor 50 Millionen Jahren entkommen? Wie bewegten sich diese Urzeittiere? Die Ausstellung „Urpferd 2.0“ geht diesen Fragen nach und bringt sogar ein Fossil virtuell zum Laufen. Wie Wissenschaft und Animation eine Verbindung eingehen, schildern jetzt die 3D-Illustratoren in einer digitalen Veranstaltung. Bis zum 23. Januar ist „Urpferd 2.0“ noch in Hamburg zu sehen, ab dem 17. Februar im Museum Koenig des LIB in Bonn.  

Die Hamburger Illustratoren Amir Andikfar und Jonas Lauströer lassen sich in der Vortragsveranstaltung am 19. Januar um 19.00 Uhr in die Karten schauen und zeigen, wie aus einem fossilen Urpferd ein lebensechtes Modell entsteht. Dr. Stephanie Kaboth-Bahr, Geowissenschaftlerin Universität Potsdam, stellt Methoden zur Ökosystem- und Klimarekonstruktion für das Eozän, dem Zeitraum vor 56 und 38 Millionen Jahren vor unserer Zeit vor. Anschließend diskutiert Dr. Ulrich Kotthoff, Leiter des Geologisch-Paläontologischen Museums, LIB Hamburg, mit den Referenten über die Anpassungen der Urpferdchen an ihre Welt und darüber, wie Klima- und Ökosystemänderungen zur Entwicklung der heutigen Huftiere führten.

Ulrich Kotthoff: „Die Ausstellung illustriert sehr anschaulich, mit welchen Methoden man aus den versteinerten Überresten eines Tieres eine sehr fundierte Vorstellung seiner Gestalt und seiner Bewegungsabläufe gewinnen kann. Weiterhin zeigt sie, wo Forschende auf – hoffentlich gut begründete – Vermutungen angewiesen sind, zum Beispiel bei der Fellfarbe.“

Der Reiz der Ausstellung liegt im Spannungsfeld zwischen der wissenschaftlichen paläontologischen Arbeit und der Rekonstruktion mit modernsten technischen Methoden. So bekommen die Besucherinnen und Besucher zugleich Einblicke in die Bergung eines Fundes, die Präparation von Fossilen und auch die Animation eines Urpferd-Skelettes. Und wer gerne aktiv werden möchte, kann selbst Optionen für die Fellfarbe des Tiers ausprobieren.

Zum Hintergrund: Vor 110 Jahren stießen Arbeiter in der Grube Messel bei Darmstadt beim Abbau knapp 50 Millionen Jahre alter Gesteine auf das erste Urpferdchen. In den nachfolgenden 50 Jahren wurden an dieser weltweit bedeutendsten Fundstelle für diese Huftiere fast 70 mehr oder weniger vollständige Urpferd-Skelette entdeckt. Ein dort 2015 geborgenes Propalaeotherium voigti, einen 48 Millionen Jahre alten Urpferdhengst, haben Forschende jetzt mit neuesten digitalen Techniken untersucht.

Vortrag & Diskussion

Urpferdchen – im Galopp durch tropischen Dschungel?

Datum: 19. Januar 2022 Uhr, 19:00

Mit: Dr. Stephanie Kaboth-Bahr, Geowissenschaftlerin Universität Potsdam
Amir Andikfar und Jonas Lauströer, 3D-Illustratoren und Animatoren
Dr. Ulrich Kotthoff, Leitung Geologisch-Paläontologisches Museum, LIB Hamburg

Zum digitalen Vortrag

Kontakt:
Johanna Hollensteiner
Tel: +49 40 42838-6105
E-Mail:  j.hollensteiner@leibniz-zfmk.de
www.leibniz-lib.de

 

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