Ob der Harburger Weihnachtsmarkt noch einmal unter solchen Bedingungen wie 2021 stattfinden wird? Foto: pr
Anne Rehberg organisiert bundesweit Veranstaltungen. Foto: archiv

Interview mit Veranstalterin Anne Rehberg (WAGS Hamburg)

Olaf Zimmermann, Harburg. Der Weihnachtsmarkt auf dem Harburger Rathausplatz hat durchgehalten. Als am 29. Dezember das spektakuläre Abschlussfeuerwerk stattfand, hatten auf der anderen Seite der Elbe viele Weihnachtsmärkte längst die Segel gestrichen. Aber wie sind Veranstalter und Besucher in Harburg mit dem Weihnachtsmarkt unter 2G-Regeln (Eingangskontrollen, Zutritt nur für Geimpfte und Genesene) zurecht gekommen? Nachgefragt bei Veranstalterin Anne Rehberg (WAGS Hamburg).

EW: Weihnachtsmarkt in einer Pandemie: Wie hat das in Harburg funktioniert?
Anne Rehberg: Im ersten Schritt war die Frage zu klären, ob wir das wollen, wie wir unserer Verantwortung als Veranstalter für die Besucher und Teilnehmer gerecht werden können und das Ganze dann umsetzen. Ich gebe zu, nicht nur organisatorisch hat es uns eine Menge mehr abgefordert. Dazu kam die Kürze der Vorbereitungszeit und sich stetig verändernden Bedingungen.
Wichtig war uns, nicht einfach nur Buden aufzubauen, sondern das Weihnachtsgefühl, insbesondere auch für Kinder im Rahmen des Möglichen, auf den Rathausplatz zu holen. Jeder einzelne Programmpunkt wurde auf Konformität mit den Auflagen geprüft und in das Konzept eingearbeitet. Die Freude der Kinder bei Puppentheater, Zauberei und Basteln war groß, ebenso beim Karussellfahren und den Überraschungen des Harburger Adventskalenders. Die Gestaltung als Weihnachtsdorf fand viel Zuspruch und mit den täglichen Turmbläsern zauberten wir Weihnachtsstimmung auch für Nichtbesucher auf den Platz. Unser fulminantes Abschlussfeuerwerk setzte ein Zeichen für Normalität in dieser schwierigen Zeit.
Der Harburger Weihnachtsmarkt lebt insbesondere von den Wochenenden. Die Entscheidung der Verwaltung, den Beginn auf den 22.November zu legen, bedeutete für uns schon im Vorfeld einen gravierenden Einschnitt, da wir hierdurch unser umsatzstärkste Wochenende verloren haben. Im Interesse einer weiteren positiven Entwicklung gilt es, dies zu überdenken.
Mit der sich verändernden Kommunikation zum Thema Corona und dem verstärkten Auftreten der Omikron Variante, den Beschränkungen für den Handel wurde auch für uns in der zweiten Veranstaltungswoche die Lage sehr kompliziert, war eine starke Zurückhaltung der Besucher zu verzeichnen. Dies, wie in ganz Hamburg, mit gravierenden Folgen für die Händler und deren Umsätze.
Organisatorisch hat es auf jeden Fall funktioniert. Geschäftlich konnten wir in keinster Weise an die Ergebnisse und Erfolge der Vorjahre anschließen.

Würden Sie unter den gleichen Rahmenbedingungen im Dezember 2022 wieder einen Weihnachtsmarkt auf dem Harburger Rathausplatz veranstalten?
Dazu werden wir uns in der WAGS, im Landesverband des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller e.V. und den Teilnehmern nach einer umfassenden Auswertung verständigen.

Wie sind Hamburger Schausteller und Händler in 2021 über die Runden gekommen? Mussten viele ihr Geschäft aufgeben oder konnte mit Hilfe von Förderprogrammen das Schlimmste verhindert werden?
Mit den Förderprogrammen und Hilfen konnte das Schlimmste verhindert werden. Es gilt aber auch hier, den Blick auf die Zukunft zu richten. Wie organisieren wir das Leben nach den bald auslaufenden Hilfen, damit nicht noch das dicke Ende kommt. Lebendige Innenstädte brauchen eine lebendige Veranstaltungskultur in allen Facetten. Dazu gilt es jetzt die Weichen zu stellen.

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Normalität, Umarmungen und viele Feste

WAGS ist die Event GmbH des Landesverbandes des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller Hamburg e.V. (LAGS). LAGS vertritt die Interessen der Hamburger Schausteller, Händler und Marktbeschicker.

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