Sicher vor dem Gerichtsvollzieher: Haustiere dürfen nicht mehr gepfändet werden. Foto: Panthermedia/ pyotr021

HAMBURG: Corona hat uns weiter fest im Griff, ein Ende der Pandemie ist nicht abzusehen, und wir müssen uns häufig auf neue Regeln einstellen. Doch auch in anderen Lebensbereichen gibt es im kommenden Jahr wichtige Veränderungen. Das ist neu in 2022:

▶ Wer überschuldet ist, aber ein Haustier besitzt, kann zumindest in dieser Hinsicht aufatmen: Haustiere sind nicht mehr pfändbar, ebenso wie alle Gegenstände, die anderen Haushaltsmitgliedern des Schuldners gehören.
▶ Endgültiges Aus für die Plastiktüte: An deutschen Supermarktkassen dürfen keine Tüten mit einer Wandstärke von 15 bis 50 Mikrometern – das sind die üblichen Standardplastiktüten – mehr angeboten werden. Ausgenommen sind stabile Mehrwegbeutel und die dünnen Tütchen aus der Obst- und Gemüseabteilung.
▶ Ab Januar können Verbraucher ihren Elektroschrott auch in Discountern und Supermärkten abgeben. Voraussetzung: Der Laden ist größer als 800 Quadratmeter. Bei großen Geräten gilt das aber nur, wenn der Kunde gleichzeitig ein neues Gerät kauft. Auch Online-Händler müssen Elektrogeräte unkompliziert zurücknehmen.
▶ Wer zwischen 1953 und 1958 geboren ist und noch keinen Führerschein im Scheckkartenformat hat, muss ihn bis zum 19. Januar 2022 umtauschen. Hintergrund: Bis 2033 müssen noch Millionen alter Führerscheine umgetauscht werden. Mit der Jahrgangsregelung will man einen Massenansturm in letzter Minute verhindern.
▶ Porto: Briefe, Einschreiben, Bücher- und Warensendungen und Nachsendeanträge werden teurer. So kostet der Standardbrief in Zukunft 85 Cent (statt 80 Cent), ein Kompaktbrief einen Euro (statt bisher 95 Cent). Begründung der Post: Sie habe höhere Kosten und sinkende Einnahmen durch insgesamt weniger Sendungen.
▶ Beim Getränkepfand soll es weniger Ausnahmen geben: Waren bisher etwa Frucht- und Gemüsesäfte vom Einwegpfand von 25 Cent ausgenommen, gilt der künftig auch für sie. Auch Getränkedosen werden ohne Ausnahme pfandpflichtig.
▶ Keine Atomkraft mehr: 2012 beschloss die Bundesregierung nach der Atomkatastrophe von Fukushima, dass 2022 mit der Atomkraft in Deutschland Schluss sein soll. Um das zu schaffen, müssen bis Jahresende `22 noch die Atomanlagen Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 abgeschaltet werden.
▶ Keine Fahrkarte beim Schaffner: Erst in den Zug einsteigen und die Fahrkarte später beim Schaffner kaufen – das ist passé. Ab 2022 werden im Zug keine Papierfahrkarten mehr verkauft. Wer dennoch spontan einsteigt, muss sein Ticket in den ersten zehn Fahrtminuten mit Handy oder Laptop buchen, sonst gilt das als Schwarzfahren.
▶ Im Moment liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 9,60 Euro die Stunde, ab 1. Januar schreibt der Gesetzgeber 9,82 Euro und ab dem 1. Juli 2022 10,45 Euro pro Stunde vor. Im Koalitionsvertrag haben SPD, Grüne und FDP festgehalten, die gesetzliche Lohnuntergrenze auf zwölf Euro erhöhen zu wollen.

Männliche Küken zu töten, nur weil die Aufzucht sich nicht bezahlt macht, ist ab sofort verboten. Foto: Panthermedia

▶ Ab 2022 ist es verboten, männliche Küken nach dem Schlüpfen zu töten, nur weil sie keine Eier legen und nicht zum Mästen taugen. Stattdessen soll das Geschlecht schon im Ei bestimmt werden. Dann können männliche Eier rechtzeitig aussortiert und nur die weiblichen ausgebrütet werden.
▶ Die CO2-Steuer steigt 2022 von 25 auf 30 Cent je Tonne ausgestoßenem CO2. Dadurch werden Benzin und Diesel je rund 1,5 Cent pro Liter teurer, hat der ADAC errechnet.
▶ Strom soll billiger werden, weil die EEG-Umlage von bisher 6,5 Cent pro Kilowattstunde auf 3,75 Cent gesenkt wird. Das sind etwa elf Prozent Ersparnis. Die neue Ampelregierung kündigte an, die Umlage ab 2023 über den Staatshaushalt und nicht mehr über Steuern zu finanzieren. Dann könnten die Strompreise noch einmal sinken.
▶ Mehrarbeit für Schornsteinfeger: Schornsteine werden höher. Feinstaub, der beim Heizen mit Holzöfen entsteht, belastet die Luft. Deshalb müssen neu gebaute Schornsteine den Dachfirst um mindestens 40 Zentimeter überragen, damit die schlechte Luft nicht Hausbewohner und Nachbarn belastet.
▶ Ein Vertrag ist online schnell geschlossen, aber oft schwer zu kündigen. Damit das leichter geht, muss auf der Internetseite eines Vertragspartners ab dem 1. Juli gut sichtbar und leicht zugänglich ein Kündigungsbutton zu finden sein.

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