Rieckhof-Geschäftsführer Jörn Hansen. Foto: niels kreller

Bezirksamt hält weiter am Interessenbekundungsverfahren fest und hat den Mietvertrag mit dem aktullen Träger zum 30. Juni 2022 gekündigt

Andreas Göhring, Harburg. Völlig überraschend hat das aktuelle Rieckhof-Team eine Lösung für den Streit mit dem Bezirksamt über die Zukunft des beliebten Stadtteil- und Kulturzentrums aus dem Hut gezaubert. Demnach will sich die Elbe Werkstätten GmbH um die Trägerschaft des Rieckhofs bewerben.
Der Deal ist in aller Stille in Gesprächen des jetzigen Trägers „Freizeitzentrum Harburg e.V.“ mit Vertretern der Werkstätten ausgehandelt worden – wie Rieckhof-Chef Jörn Hansen betont „in herzlicher Übereinstimmung“. Man kennt sich eben, denn die Werkstätten sind seit 1999 Pächter der Rieckhof-Gastronomie und auch Dienstleister im Bereich Reinigung und Hausmeisterei. Sie beschäftigen dort Menschen mit körperlichem oder psychischem Handicap.
Offenbar waren an den Verhandlungen auch einflussreiche Genossen der Harburger SPD beteiligt, bestätigt wurde das bisher allerdings nicht. Immerhin ist von SPD-Fraktionschef Frank Richter zu hören, dass er das alles für „eine sehr gute Wendung“ hält. CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer reklamiert ganz offen für sich, ebenfalls die Finger im Spiel gehabt zu haben.
Die Grünen hingegen wurden wohl von diesem Vorstoß in Sachen Rieckhof überrascht. Ihnen war lediglich ein schmallippiger Kommentar von Fraktionschefin Bianca Blomenkamp zu entlocken: „Wir freuen uns über jeden kompetenten Bewerber im Verfahren.“
Das Bezirksamt zeigte sich unbeeindruckt, will an dem angekündigten Interessenbekundungsverfahren für das „Bürger*innenhaus Harburg“ festhalten und hat zudem das Mietverhältnis mit dem jetzigen Rieckhof-Träger zum 30. Juni 2022 gekündigt. Jörn Hansen: „Dagegen werden wir juristisch vorgehen.“ Nach seiner Lesart sind dem Rieckhof Fördermittel bis Ende 2022 bewilligt worden.
Unterdessen hat die Gebäudemanagement Hamburg GMH, die neben dem Rieckhof unter anderem auch den „Feuervogel“ im Phoenix-Viertel und das BGZ in Neugraben betreut, eine Ausschreibung für die „Modernisierung und Umgestaltung zur Zukunftssicherung des Kulturzentrums Rieckhof“ auf den Weg gebracht. Wie dieser Umbau mit dem Denkmalschutz für Teile des Rieckhofs in Einklang gebracht werden kann, ist nicht ganz klar.

1 KOMMENTAR

  1. Ich bin mit jeder neuen Meldung zum Thema RIECKHOF ein bisschen mehr entsetzt und enttäuscht, WIE hier in Harburg mit dieser kulturellen Top-Instanz umgegangen wird, auch in Persona mit Herrn Hansen. Wenn sich die Politik nur annähernd in den letzten Jahrzehnten um das kulturelle Leben gekümmert hätte wie er, sähe es hier bestimmt anders aus. Warum um Himmels Willen wird hier ein gut funktionierender Betrieb, der quasi im Herzen von Harburg City für ALLE schlägt, so öffentlich in den Schmutz gezogen und diese Instanz dermaßen in Frage gestellt ? Ich bin wirklich fassungslos. Man soll doch froh sein, es gibt so eine Stätte wie den Rieckhof. Fällt die für 2 Jahre weg, wars das mit Harburg. Ganz abgesehen von den Angestellten dort und den Gruppen, die sich dort treffen. Der Rieckhof muss bleiben, so wie er jetzt ist, Punkt.

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