So sah die Kirche aus, als die Bänke abgebaut wurden Foto: Hermann Strassberger
Die Pastorinnen Arnholz (l.) und Peters-Leimbach stehen vor den neuen Stühlen in der Pauluskirche. Foto: Josefine Harms

Josefine Harms, Harburg. In der Heimfelder St. Paulus Kirche sind alle Sitzbänke verschwunden. Diebe waren aber nicht am Werk. Umgesetzt wurde mit Zustimmung des Kirchengemeinderats eine Idee von Pastorin Anne Arnholz. Auf der großen, komplett leeren Fläche lassen sich jetzt Stühle und Tische hinstellen und verschieben.
Die 40 jeweils neun Meter langen Bänke wurden vorsichtig abgeschraubt und wegtransportiert. Einen Lagerraum dafür zu finden, war nicht einfach. „Im Endeffekt haben wir die Bänke professionell auseinandergeschraubt, sodass sie auch wieder zusammengebaut werden können. Jetzt lagern sie an einem trockenen Ort. Einige der Bretter sind hier oben in der Kirche“, erklärt Pastorin Corinna Peters-Leimbach. Sie hatte sich um die Umsetzung des Projekts gekümmert, während Pastorin Arnholz im Mutterschutz war. Zwei Tage und jede Menge Helfer hat es gebraucht, um alles abzubauen.
Mit der neu gewonnenen Fläche ist einiges geplant. Für den Frühstücksgottesdienst sollen lange Tafeln aufgebaut werden, an denen gegessen werden kann. Theater und Konzerte sollen stattfinden, bei denen die Darsteller das Publikum ins Stück einbeziehen können.
„Die Bänke waren immer sehr zentral nach vorne ausgerichtet. Mittlerweile hat sich aber auch das Konzept der Kirche gewandelt, und es geht viel mehr um das Miteinander.“ Beim Familiengottesdienst konnte das schon gesehen werden: Die Gruppentische boten eine entspannte Atmosphäre, um sich auszutauschen. „Alles, was früher stattgefunden hat, findet auch weiterhin statt. Ich würde ehr sagen, dass sich unser Spektrum erweitert hat.“
Bisher stehen 100 Stühle in der Pauluskirche. In die Kirche passen eigentlich bis zu 700 Menschen, Geld für weitere Stühle wird gerade gesammelt. Wegen der aktuellen Corona-Vorschriften sind zur Zeit allerdings nur 70 Besucher erlaubt, auch zum Weihnachtsgottesdienst.
„Die Pandemie hat uns die Entscheidung, die Bänke abzubauen, vereinfacht. Auf die Bänke mussten wir immer Zettel kleben und für jeden Gottesdienst Sitzpläne machen. Jetzt stellen wir einfach die Stühle mit genügend Abstand auf“, sagt Peters-Leimbach.
Die Reaktionen aus der Gemeinde reichten von „oh, wie schön“ bis hin zu „oh, wie schrecklich“. Aber „wer sich darauf einlässt, wird das neue Konzept der Kirche mögen“, finden die Pastorinnen.

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