Der Großteil der ehemaligen Stollen auf der 13-Meter- (rosa) und 17-Meter-Sohle (blau) liegt auf Hamburger Gebiet unter Waldflächen. Auf niedersächsischer Seite erstrecken sich die Grubenbaue unter Wohngrundstücken. Nicht alle wurden Anfang der 1920er im amtlichen Grubenbild verzeichnet. Grafik: LBEG

Olaf Zimmermann, Süderelbe/Rosengarten. Rund 100 Jahre nach Schließung des Bergwerks Robertshall in den Harburger Bergen läuft die Suche nach einsturzgefährdeten Stollen auf Hochtouren. Zumindest auf der niedersächsischen Seite. Auf Hamburger Gebiet, wo die Experten des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) unter zwei bebauten Grundstücken noch Stollen vermuten, tut sich bislang nichts.
Hintergrund: Seit im September 2019 bei Straßenbauarbeiten am Ehestorfer Heuweg plötzlich der Untergrund einbrach und ein fünf Meter tiefes Loch entstand, hat das ehemalige Bergwerk Robertshall mit seinem kilometerlangen Netz an Stollen eine plötzliche Berühmtheit erlangt.
Die Arbeiten zur Sicherung des einstigen Braunkohlebergwerks Robertshall laufen in Rosengarten seit Ende August 2020. „Dabei wird mit Bohrungen erkundet, ob es in den ehemaligen Stollen noch Hohlräume gibt. Die Grubenbaue sind teilweise unvollständig mit Sand verfüllt und werden durch Betoninjektion stabilisiert“, teilt das LBEG mit.
Noch bis März 2022 werden auf niedersächsischer Seite die Bohrarbeiten auf der Straße Emmetal von der Einmündung Hohlredder im Südosten bis zur Einmündung Rehwechsel im Nordwesten „wandern“ und anschließend in der Straße Auf den Schwarzen Bergen weitergeführt. Den Abschluss bilden Untersuchungen im Bereich nördlich der Straße Emmetal, wo weitere Stollen vermutet werden. Das Ende dieser Arbeiten ist für August 2022 geplant.
Wie schätzen Hamburger Behörden die Gefährdungslage im Bereich des ehemaligen Bergwerks ein? Gibt es Hinweise darauf, dass sich Stollen unter Wohngebäuden oder Straßen befinden? Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer fühlt sich nicht zuständig und verweist auf das Bezirksamt Harburg. Dort hat man aber gerade „erst kürzlich“ erfahren, dass die niedersächsischen Bergbauexperten das Bergwerk begutachtet haben. „Derzeit wurden noch keine Entscheidungen bezüglich möglicher Maßnahmen getroffen“, so Bezirksamtssprecherin Wrenda Kapoor.
Weitere Untersuchungen scheinen dringend angeraten. „Es gibt auf Hamburger Gebiet ein oder zwei Grundstücke, die unterbaut worden sein können“, bestätigt LBEG-Sprecher Eike Bruns. „Wir bewegen uns mit unserer Sanierung auf diese Hamburger Stelle zu, haben alle Geräte vor Ort und würden das gleich mitsanieren. Es müsste aber jemand auf uns zukommen.“

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