Mit abenteuerlichen Geschichten versuchen Betrüger, ältere Menschen dazu zu bewegen, ihnen eine hohe Summe bar zu übergeben oder auch zu überweisen. Foto: panthermedia

Betrügerbanden versuchen in ganz Hamburg, Senioren per Telefon abzuzocken. Gerade hat die Polizei einen besonders heftigen Fall in Blankenese registriert. Beute: Wertgegenstände im Wert von 100.000 Euro, der Täter ist flüchtig.
Was ist passiert? Eine 81-Jährige bekam einen Anruf von einer weinenden Frau, angeblich die Enkelin der Seniorin. Dann übernahm ein angeblicher Polizist das Gespräch, schilderte, dass die Enkelin einen tödlichen Unfall verursacht habe. Ein angeblicher „Pflichtverteidiger“ redete danach auf die Seniorin ein: Mit 200.000 Euro könne man die Inhaftierung der Enkelin abwenden. Der angebliche Rechtsanwalt zeigte sich auch mit einer Bezahlung in Form von Wertgegenständen einverstanden.
Die geschockte Seniorin packte einen Rucksack mit Schmuck, Münzen und Gold im Wert von über 100.000 Euro und händigte ihn zu Hause einem angeblichen Mitarbeiter der Gerichtskasse aus, der dann mit einem Autodavonfuhr.
Als das Telefonat beendet und die Seniorin zur Ruhe gekommen war, kamen ihr dann doch Zweifel und sie nahm Kontakt zu ihrer Enkelin auf, verständigte dann die Polizei.
Der Mann, der die Wertsachen mitgenommen hat, ist 30 bis 40 Jahre alt, etwa 175 bis 180 Zentimeter groß, mit stämmiger Figur und rundem Gesicht. Seine Haare waren dunkle und leicht gekräuselt. Der Betrüger trug dunkle Kleidung und eine dunkle Mütze. Eventuell hat sich der Mann vor der Übergabe schon in der Nähe des Goßlers Park oder den angrenzenden Straßenzügen aufgehalten.
Wer etwas verdächtiges gesehen hat oder Hinweise zu dem Verdächtigen geben kann wird gebeten, sich beim Hinweistelefon der Polizei Hamburg unter der Rufnummer 428 65 67 89 oder einer Polizeidienststelle zu melden.

So fallen Sie nicht auf Betrüger herein
Wie gehen die Betrüger vor? Die Maschen sind vielfältig. Beliebt sind Anrufe durch falsche Polizeibeamte oder angebliche Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft. Die redegewandten Betrüger bitten um Mithilfe bei der Aufklärung von Straftaten von angeblich korrupten Polizeibeamten des örtlichen Polizeikommissariates oder kriminellen Bankangestellten.
Wichtig: Die richtige Polizei wird niemals am Telefon dazu auffordern,
▶ Geld von der Bank abzuheben, es zu Hause zu deponieren oder an einen vermeintlichen Polizisten zu übergeben,
▶ Aufbewahrungsorte von Geld oder Schmuck zu benennen,
▶ als Lockvogel in einem angeblichen Ermittlungsverfahren tätig zu werden.
Wenn die richtige Polizei anruft, wird im Display niemals die Rufnummer 110 erscheinen. Betrüger können die Anzeige mit Hilfe so genannter Spoofing-Dienste fälschen. Weder Polizeibeamte noch Bankmitarbeiter suchen Bürger zu Hause auf, um nach Falschgeld, Kontodaten, PIN oder Geldverstecken zu fragen. Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit.

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