Nervig, aber sicherer: Selbst der Weihnachtsmann wird - hier auf dem Harburger Weihnachtsmarkt - kontrolliert, bevor er den Markt betreten darf. Foto: André Lenthe Fotografie

HAMBURG. Wer hätte das gedacht: Es wird angesichts verschärfter Zutrittsregelungen in Geschäften und Einrichtungen in Hamburg (2G-Regel in Geschäften, außer täglicher Bedarf wie Lebensmittel, Apotheken, Bäcker und in vielen anderen Einrichtungen) nicht nur genörgelt. Die Hamburger haben sich am vergangenen Wochenende zumindest in der Innenstadt geduldig angestellt, Impfpässe oder Apps vorgezeigt und sich, wo nötig, registrieren lassen, teilte Brigitte Engler vom City-Management mit. Damit sich Kunden nicht dauernd neu testen lassen mussten, schlossen sich mehrere Geschäfte zusammen, gaben zur schnellen Kontrolle – ähnlich wie bei Veranstaltungen üblich – farbige Armbändchen aus. Das Weihnachtsgeschäft läuft demnach nicht so katastrophal, wie der Einzelhandel befürchtet hatte.
Nicht so gut läuft es dagegen bei den Tanzveranstaltungen: Viele Gäste sind wegen der neuen 2Gplus-Regel (auch Geimpfte und Genesene müssen einen Test vorlegen) verunsichert, Clubs klagen über große Umsatzeinbußen.

Mancher nahm die Beschränkungen auf den Weihnachtsmärkten mit Humor: „Wir hatten mindestens 5G“, sagte Heiko Wessling (nicht auf dem Foto) aus Eidelstedt im „schönen“ Weihnachtspullover auf dem Hafenzauber-Weihnachtsmarkt, „2G am Eingang und dann mindestens 3G“, womit er auf die Anzahl der konsumierten G-lühweingläser anspielt. Party-Organisator Lynus von Young (Foto, re.) vom Hafenzauber und Stephan hatten ihren Spaß.
Foto: André Lenthe Fotografie

Bußgelder in Bus und Bahn
Ungemütlich wird es für Bus- und Bahnfahrer, die sich nicht mit den 3G-Regeln anfreunden wollen. Der HVV brachte eine Vertragsstrafenregelung auf den Weg. Das heißt: Ab Montag, 13. Dezember, müssen Nachweisverweigerer 80 Euro berappen, Wiederholungstäter bis zu 230 Euro. Hamburgweit sollen 750 Kontrolleure die Einhaltung der 3G-Regel überprüfen. Damit will der HVV die übrigen Fahrgäste schützen. Das wird bisher nur in Hamburg so gemacht. Ausgenommen von der 3G-Regel sind Schüler, da sie in den Schulen automatisch oft getestet werden – der Schülerausweis reicht, um das nachzuweisen.

Razzia: Viele Verstöße in Gaststätten und Vereinen
Wenig einsichtig zeigten sich kürzlich einige Harburger Gastwirte. Bei einer konzertierten Aktion von Polizei, Zoll und Bezirksamt kontrollierten 120 Einsatzkräfte zwei Gaststätten und vier Vereine in der Wilstorfer Straße im Phoenixviertel, ob man sich dort an die Corona-Regeln hielt. Das Ergebnis: Mehrere Personen ohne Impf- oder Genesenennachweis, fehlende Hygienekonzepte, mangelhafte Kontaktdatenerhebung. Die Verantwortlichen müssen Bußgelder zahlen. Schließlich wurden vier Vereine geschlossen, allerdings wegen anderer Vergehen wie dem Betrieb nicht genehmigter Spielautomaten, fehllender Rettungswege, fehlender Schankerlaubnis. In der überprüften Sportsbar beschlagnahmten die Einsatzkräfte fast 31.000 Euro Bargeld, vermutlich wurde hier Geld gewaschen. Bezirksamt und Polizei kündigten weitere Kontrollen an.

Bei einer Großrazzia in Harburg fielen nicht nur Corona-Verstöße auf: Die Polzei stellte unter anderem Schwarzgeld sicher.
Foto: André Lenthe Fotografie

So läuft es jetzt in den Schulen
Einige Neuerungen gibt es in den Schulen: Auch Vorschüler müssen jetzt Masken tragen, alle Schüler werden in Zukunft dreimal pro Woche getestet. Weil sie jetzt nicht mehr unter eine Ausnahme zur 2G-Regel fallen (galt bisher für alle unter 18 Jahren), dürfen 16- und 17-Jährige an außerschulischenVeranstaltungen wie Theaterbesuchen nur noch teilnehmen, wenn sie geimpft oder genesen sind.
Die Schulen sollen in diesem Winter auch bei steigenden Infektionszahlen unter allen Umständen offen gehalten werden, da sich herausgestellt hat, dass beim Unterricht vor dem heimischen Computer doch nicht so viel gelernt wurde, wie gehofft: „Neueste Überprüfungen der Lernstände haben bestätigt, dass wir in Hamburg dringend Mathematik und Lesen üben müssen“, sagte Schulsenator Ties Rabe. Um die Rückstände aufzuholen, werden weiter „Lernferien“ angeboten: Honorarkräfte und Lehrer werden auch 2022 in den Ferien an fünf Tagen pro Woche kostenlos Kurse anbieten.

Corona in Zahlen
Knapp drei Millionen Impfungen wurden bisher in Hamburg verabreicht. Das heißt: 77,5 Prozent aller Hamburger sind mindestens einmal geimpft.
Die Omikron-Variante ist inzwischen auch in Hamburg angekommen. Die Inzidenz lag bei durchschnittlich 211,3 Infizierten in den vergangenen sieben Tagen.
Die Hospitalisierungsrate (sie gibt an, wieviele von 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen wegen Corona ins Krankenhaus mussten) liegt derzeit bei 3,51. Die Auslastung der Krankenhäuser ist gestiegen: In 19 Krankenhäusern werden derzeit 249 Patienten mit Corona behandelt, darunter 69 auf Intensivstationen (22 Prozent stammen aus anderen Bundesländern, alle Zahlen Stand 8. Dezember)

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