Vom Käfer bis zum Porsche: Bei den Blankeneser Benzingesprächen – hier ein Treffen im Sommer – werden viele historische Fahrzeuge gezeigt. Foto: PR

Von Jörg Marwedel

Vielleicht hat Jan Kurz, der Vorsitzende des Vereins „Förderkreis historisches Blankenese“ jetzt eine entscheidende Idee gehabt, um die Veranstaltung doch noch zu retten. Nämlich das seit gut sieben Jahren jeweils am ersten Sonntag im Monat auf dem Blankeneser Marktplatz stattfindene Oldtimer-Treffen, für das die Stadt neuerdings hohe Gebühren eintreiben will.
Kurz schlug vor, den Titel „Blankeneser Benzingespräche“ zu streichen und die Veranstaltung unter Regie seines gemeinnützigen Vereins als „Forum für Mobilität“ fortzuführen. Mit diversen Vorträgen zur Beweglichkeit einer Gesellschaft – sowohl früher als auch künftig. Damit würde die Veranstaltung als Bildungsveranstaltung unter dem Dach eines Vereins einen anderen Stellenwert bekommen – auch vor dem Hintergrund, dass der CO2-Ausstoß von Motoren immer kritischer gesehen wird. Nun wartet man auf die Antwort des Bezirksamtes.


Das von der Grünen-Politikerin Stefanie von Berg geleitete Bezirksamt hatte nach der Umgestaltung des Blankeneser Marktplatzes, auf dem nun keine Autos mehr parken dürfen, das Treffen dagegen als gewerblich einstuft. Und das, obwohl dahinter keine Organisation steckt und keine Gewinne erwirtschaftet werden.

80 Euro pro Wagen für die Marktplatznutzung
Laut Initiator Andreas Köbe hatte die Stadt anfangs 80 Euro pro Wagen verlangt. Da käme bei 30 bis 80 Autos pro Veranstaltung eine ordentliche Summe zusammen. Das hätte das Aus für die Veranstaltung bedeutet.
Dass dort jeweils für zwei Stunden ein Rolls Royce von 1928 neben einem Nachkriegs-Mercedes, ein Käfer neben einem jahrzehntealten Peugeot ausgestellt wird, ist nicht nur für Oliver Diezmann, den Vorsitzenden der Interessengemeinschaft der Blankeneser Gewerbetreibenden, ein Ereignis, das die Attraktivität des Vorortes erhöht. Laut Wolf Achim Wiegand, dem verkehrspolitischen Sprecher der FDP in der Bezirksversammlung, ist diese Veranstaltung sogar „ein kulturelles, historisches Ereignis“, weshalb er sich für „eine bürokratiefreie Regelung“ einsetzte.
Doch weder Diezmann, der für zwölf Treffen im Jahr eine Summe von 500 Euro überweisen wollte, noch der Vorstoß der FDP hatten bisher Erfolg. Auch eine Oldtimer Demo mit mehr als 20 Oldtimern änderte nichts.
Das Treffen am morgigen Sonntag, 5. Dezember, wurde wegen Corona ohnehin von den Veranstaltern abgesagt. Ob das nächste Treffen am 2. Januar stattfinden kann, steht in den Sternen.

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here