Viele Blankeneser fürchten für die Blankeneser Bahnhofstraße eine Zunahme des Autoverkehrs durch den Aldi-Markt. Foto: DA

Von Dirk Andresen

Der Streit schwelt schon länger. Zunächst waren viele Blankeneser sauer und enttäuscht, dass die Postbankfiliale in der Blankeneser Bahnhofstraße geschlossen wurde. Monate später sorgte der öffentlich gewordene, geplante Bau eines Aldi-Marktes samt Tiefgarage auf einem Brachgelände direkt an der Bahnhofstraße für Aufregung. Um die Wogen zu glätten und die Bürger mehr in die Gestaltung der beliebten Einkaufstraße einzubinden, lud jetzt das Bezirksamt Altona zu einer öffentlichen Anhörung ins Gymnasium Blankenese.
Mehr als 70 Blankeneser kamen zu der Veranstaltung, bei der es offiziell um die „Entwicklung des Blankeneser Zentrums, die Bahnhofstraße, Einzelhandel und Verkehr“ ging. Schnell wurde indes klar, dass der Zoff um Aldi die Diskussion weiter bestimmt.

Bürgerinitiative gegen den Bau gegründet
Hintergrund ist der gerade vom Amt abgesegnete Bauvorbescheid für das Projekt. Bei diesem ist ein 700 Quadratmeter großer Aldi-Markt mit darüber liegenden Seniorenwohnungen und eine Tiefgarage mit 38 Stellplätzen geplant. Das Problem: Letztere sind offenbar nicht als Teillösung beim zu erwartenden und befürchteten Auto-Ansturm auf den Discounter vorgesehen, sondern sollen wohl vermietet werden.
Eckhard Popp, Sprecher einer Bürgerinitiative gegen den Bau, rechnet mit einem zusätzlichen Aufkommen von mehr als einer halben Millionen Autos im Jahr im direkten Umfeld des Aldi-Marktes. Das bedeute „mehr Lärm, viel zu wenige Parkplätze, zusätzliche Belastungen für die Umwelt und das Klima, Wildparker, Hupkonzerte und Staus im Zentrum von Blankenese.“ Popp kritisierte auch massiv die Organisatoren der Veranstaltung: „Das war keine faire und offene Anhörung. Wenn bestimmte Aussagen den Veranstaltern nicht passten, wurde den Rednern einfach das Mikrofon abgedreht.“
Benjamin Harders, Vorsitzender des Blankeneser Bürgervereins, fordert zudem: „Vor allem ist darauf zu achten, dass Fußgänger, die im Ortskern die vorherrschende Verkehrsart bilden, besonders berücksichtigt werden. Deshalb unterstützen wir die Einrichtung einer Tempo-20-Zone in der gesamten Blankeneser Bahnhofstraße als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich wie in der Waitzstraße, in der die Fahrbahn jederzeit überquert werden kann.“
Fest steht, Investor Oliver Quint wird sich bei allem Widerstand kaum von seinem Aldi-Projekt abhalten lassen – weiterer Ärger ist programmiert.

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