Rieckhof-Geschäftsführer Jörn Hansen hat eine Klage gegen den Bezirk angekündigt, falls der Rieckhof die Zuwendungen nicht für das gesamte Jahr 2022 erhält. Foto: niels kreller

Aus dem Stadtteilkulturzentrum möchten Verwaltung, Grüne und Teile der SPD ein Bürgerhaus machen

Andreas Göhring, Harburg. Der Streit um die Zukunft des Rieckhofs spitzt sich zu. Das Bezirksamt sucht jetzt einen gemeinnützigen Träger, der ab 1.Juli 2022 im gleichen Gebäude, aber mit neuem Konzept ein „Bürgerhaus Harburg“ betreibt. Jörn Hansen, langjähriger Rieckhof-Chef, hat unterdessen einen Förderantrag für das gesamte Jahr 2022 eingereicht. Sollte dieser nicht genehmigt werden, werde der jetzige Rieckhof-Träger „Freizeitzentrum Hamburg-Harburg“ Klage einreichen.
Die Umwandlung des vor 37 Jahren gegründeten Stadtteilkulturzentrums Rieckhof in ein Bürgerhaus mit bisher nicht bekanntem Konzept läuft nicht glatt. Die Idee, etwas Neues zu wagen, ist im Bezirksamt unter Beteiligung einiger weniger Bezirksabgeordneten schon länger diskutiert worden. Der Verdacht, auf diese Weise auch gleich den zuweilen recht aufmüpfigen Rieckhof-Chef Hansen loszuwerden, konnte nie ausgeräumt werden.
Inzwischen hat das Bezirksamt eine Ausschreibung für das „Interessenbekundungsverfahren“ verfasst, doch schon an dem Verfahren gab es Kritik. Zwar seien alle möglichen Interessenvertreter zur Ideensammlung für ein neues Konzept eingeladen worden. Diese kannten aber zum Teil den Rieckhof gar nicht und hatten die vorhandenen Räume nie von innen gesehen. SuedKultur, der „bunte Haufen“ Harburger Kulturschaffende, war nicht eingeladen.
Doch es gab auch Zustimmung – von den Harburger Grünen sogar auffallend einhellig. Gleich vier Vertreterinnen der Fraktionsspitze und des Kreisvorstands jubelten: „Nach 37 Jahren ist es an der Zeit, das bestehende Konzept zu hinterfragen und Neues zuzulassen.“
Die SPD-Fraktion ist sich nicht ganz einig. Fraktionschef Frank Richter soll Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen wohl lautstark kritisiert haben. Sein Punkt: In der veröffentlichen Ausschreibung für das Bürgerhaus Harburg war ein Mitspracherecht der Politik nicht vorgesehen, die Verwaltung wollte allein über das Konzept entscheiden.
In der inzwischen „korrigierten“ Fassung steht jetzt, dass die Entscheidung über einen neuen Betreiber des Stadtteilzentrums „im Einvernehmen mit der Bezirksversammlung“ getroffen wird.
Zuvor muss indes noch geklärt werden, ob dem jetzigen Trägerverein die Mittel für die zweite Hälfte des Jahres 2022 einfach so gestrichen werden können. „Nach unserer Auffassung hat die Bürgerschaft dem Trägerverein und nicht dem Rieckhof das Geld zugewiesen“, sagt Jörn Hansen.

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