War für vier Wochen netzmäßig von der Welt abgeschnitten: Michael Schatzmann sah daheim auf dem Display seines Laptops immer nur den Hinweis „Netzstörung?“. Foto: wit

Arbeiten am Sendemast Wulmsberg 12 stören das
Hausbrucher Telefonica/O2-Netz – vor allem bei älteren Handys

Wolfgang Wittenburg, Süderelbe. In bergigen Gegegenden gibt‘s nicht selten Probleme mit dem Handynetz. Dass die Netzabdeckung aber bereits am Rand der Harburger Berge zu Wünschen übrig lässt, überrascht doch.
Michael Schatzmann wohnt seit 25 Jahren im Waldviertel von Hausbruch. „Festnetz und Internet klappen gut via Kabel, aber mit dem Mobiltelefon war es in den vergangenen vier Wochen eine Katastrophe. Wenn meine Frau und ich per Online-Banking eine Überweisung tätigen wollen, dann dauerte es ewig, bis die SMS mit dem TAN-Code kam – und der war dann meistens schon wieder ungültig.“
Selbst die hauseigene Alarmanlage mit SIM-Karte funktionierte seit Ende September nicht. Auch die Nachbarn, denen Schatzmann zu „seinem“ Mobilfunkanbieter geraten hatte, waren vom den Störungen betroffen.
Anrufe bei der Service-Hotline von „O2“ führten zu keinem Ergebnis: „Sie sind leider kein direkter ,O2‘-Kunde!“, hieß es. Anbieter „Drillisch“ vertröstet wegen Wartungsarbeiten. Selbst die Bundesnetzagentur konnte Schatzmann, ehemals Meteorologie-Professor an der Uni Hamburg, nicht weiterhelfen.
Telefonica Deutschland-Sprecher Jörg Borm räumt ein, dass am Sendemast Wulmsberg 12, über den das Gebiet unter anderem versorgt wird, Arbeiten an der Antennenanlage durchgeführt wurden. Deswegen sei dort die GSM-Versorgung beeinträchtigt gewesen.
Moderne Endgeräte würden allerdings automatisch auf LTE/4G ausweichen – und das stehe in Hausbruch zur Verfügung. „Sollte Herr Schatzmann über ein älteres Handy verfügen, welches lediglich GSM (2G) und UMTS (3G) empfangen kann, so bedauern wir die derzeitigen Einschränkungen. Wir empfehlen in diesem Fall und mit Blick auf zukünftige Entwicklungen die Anschaffung eines aktuellen Smartphones.“

Hintergrund
In Deutschland gibt es drei Mobilfunknetze: Die Deutsche Telekom betreibt das D1-Netz, Vodafone das D2-Netz und Telefónica Deutschland das O2-Netz (E-Netz). Das bedeutet: Egal, bei welchem Anbieter man einen Vertrag hat, man telefoniert und surft immer in einem dieser drei Handynetze. Die Netze unterscheiden sich erheblich in ihrer Qualität. Die Netzabdeckung am Wohnort lässt sich mit der offiziellen Mobilfunk-
Karte der Bundesnetzagentur prüfen.
www.breitband-monitoring.de

Das sagt die Verbraucherzentrale
„Die Verbraucher sollten die Störung schriftlich, per Einschreiben, beim Anbieter anzeigen und unter Fristsetzung zur Abhilfe auffordern“, rät Julia Rehberg (Verbraucherzentrale Hamburg). „Zudem sollten sie Nachweise sammeln, wie beispielsweise den Zeitpunkt der Störung.
Sind Nachbarn, die auch Mobilfunkverträge bei dem Anbieter haben, auch betroffen, sollten deren Namen aufgeführt werden. Ist die Funkzelle am Wohnort längerfristig gestört – erfolgt also trotz Aufforderung keine Änderung innerhalb der Frist, so kann der Verbraucher unter Umständen außerordentlich kündigen.
Beratung und oder Unterstützung erhält der Betroffene bei den Verbraucherzentralen – persönlich oder telefonisch.“

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