Harald Köpke war ein fachkundiger Streiter für die Belange der Natur.Foto: bund

Harald Köpke, langjähriger Vorsitzender des BUND Hamburg, starb nach kurzer, schwerer Krankheit im Kreise seine Familie

EW/BUND, Wilhelmsburg. Harald Köpke ist gestorben. Hamburg hat einen seiner engagiertesten Naturschützer verloren. Allen, die ihn noch sehen konnten, gab er mit auf den Weg, sein Anliegen weiterzutragen und seine Projekte fortzuführen. Sein Leben gehe zu Ende, der Kampf für den Schutz der Natur müsse weitergehen.
Wer sich auf der Elbinsel Wilhelmsburg oder im Bezirk Harburg ernsthaft mit dem Naturschutz beschäftigte, kam an Harald Köpke nicht vorbei. Wer plante, die Natur für Industrie- und Gewerbeflächen zu zerstören, stieß auf seinen erbitterten Widerstand. Erst vor kurzem war Harald Köpke in der bewegenden NDR-Reportage „Der für den Kiebitz kämpft“ im NDR zu sehen.
Aufgrund seines unermüdlichen Engagements, aber auch seiner Kompetenz im Naturschutz war Harald Köpke in Hamburgs Behörden gleichermaßen geschätzt und gefürchtet. Bei den Menschen, die ihn persönlich kannten, auch sehr beliebt. Seine Begeisterung für die Natur sprang auf alle – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – über, die ihn bei seinen Führungen und Exkursionen begleiten durften. Er konnte sich in Bewunderung für kleine Wildbienen vertiefen, scheute aber auch vor dem Einsatz von Baggern nicht zurück, um Flächen für die Natur wieder herzurichten.
Harald Köpke hatte sich seit über 35 Jahren im BUND Hamburg engagiert. Er hat über viele Jahre die Bezirksgruppe Harburg/Wilhelmsburg geleitet und war elf Jahre im Vorstand des Landesverbands, davon acht Jahre als Vorsitzender.
Der Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten lag ihm besonders am Herzen. Er errichtete Storchenhorste, legte Nistflächen für Kiebitze an und richtete Bruthilfen für Vögel, Fledermäuse und Insekten ein. Die Moorfrosch-Population auf Wilhelmsburg verdankt ihren Erhalt und die positive Entwicklung der letzten Jahrzehnte den Maßnahmen, die der Naturschützer vor Ort umgesetzt hatte.
Neben der praktischen Naturschutzarbeit wusste Harald Köpke auch, wie wichtig es ist, der Natur Gehör und Stimme in der Politik zu verschaffen – wenn es sein musste, unbequem, aber immer klar in der Sache. So hatte er sich dafür eingesetzt, dass auf giftigen Altspülfeldern an der Elbe kein Gemüse mehr angebaut werden durfte und dass die Elbe durch Deichrückverlegungen wieder mehr Flutraum bekommt.
Köpke starb nach kurzer, schwerer Krankheit im Kreis seiner Frau Gudrun und seiner beiden Töchter. Die Trauerfeier findet im engsten Familienkreis statt. Anstelle von Kränzen bittet seine Frau Gudrun um Spenden für den Naturschutz des BUND im Hamburger Süden.

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