„So snackt hamburg“ erschien nach kurzer Zeit in dritter Auflage. Foto: Pr

Wer inne U-Bahn offene Ohren hat, weiß beschait. Sacht Daniel Tilgner. Der gebürdige Bremer, der seit 1987 für eine Lehre als Werkzeuchmacher anne Elbe wechselte, verklart mit seinem neuen Buch „So snackt Hamburg“ Hamburgern und ihren Besuchern, was eigentlich so besonners anne Stadt is, und wie sich das inne Sprache der Hamburger wiederfindet – mit Glossar, viel unterhaltsam verpacktem Stadtwissen.
Schade eigentlich, das das Buch dann nicht konsequenterweise „So schnackt Hamburch“ heißt. Aber dieses Zugeständnis muss man wohl der Marktgängigkeit machen. Es schmälert nicht die Verdienste dieses kleine Bandes: Kurz und knapp dat Besonnere rutzustellen, zum Beispiel in Blankenese, wo zwar weniger im Dialekt geschnackt wird, aber dafür gibt‘s „annere Besonnerheiten“: die „Berchziegen“ zum Beispiel, kleine, wendige Busse, die seit über 60 Jahren mit ihren Fahrgästen schön suutsche zum Beispiel den Waseberg raufschnaufen, nu sogar als E-Bus und ohne Zuschlag auf den Fahrpreis, wie Tilgner praxisnah bemerkt.

Historisches Wissen unterhaltsam verpackt
Besonners isses ‘tührlich auch insgesamt midde Elbvororte, die erst seit dem Groß-Hamburch-Gesetz von 1937/38 hamburgisch sind, als „Hamburgs schöne Schwester“ Altona sie quasi als Mitgift in die Zwangsvereinigung mit der Hansestadt einbrachte. So wurden aus den preußischen Landgemeinden Hamburger Stadtteile, erklärt der historisch sachkundige Autor.

Autor Daniel Tilgner hat – unter anderem – in der U-Bahn den Hamburgern auf den Mund geschaut. Foto: PR

Enthalten sind auch existenziell wichtige Wörter wie „Kreek“ und „Neß“: Der Blankeneser und nun auch der Leser weiß: ein kastenförmiger Schlitten, mit dem Wagemutige im Winter – lediglich stangengesteuert – Elbhänge runterdonnern, in Richtung „blanke Neß“, der weißen, sandigen Landzunge, von der das Elbhangdorf Blankenese seine Namen bekam.
„So snackt Hamburg“ ist als Nachfolger des „Kleinen Lexikons Hamburger Begriffe jetzt komplett überarbeitet und ergänzt worden. Mit rund 500 Hamburg-Stichworten liefert Tilgner ein schönes Buch vor allem für Besucher, unterhaltsam ist es aber auch für Neu-Hamburger, die die „Leude“ in ihrer Stadt besser verstehen wollen. Die neue, dritte Auflage (ISBN 978-3-8319-0780-9) ist im Ellert&Richter-Verlag erschienen und kostet zwölf Euro.

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