Heimische Blühpflanzen, Steine, Totholz: Ein Biodiversitätsgründach ist nützlich und sieht auch gut aus. Foto: Bundesverband Gebäudegrün

RISSEN. Wenn Dachbegrünung, dann aber richtig: Die Bezirksversammlung Altona forderte die Schulbehörde auf, beim Bau des Oberstufenzentrums auf den Brünschenwiesen nicht zu kleckern, sondern zu klotzen: Wenn die wertvollen Grünflächen schon bebaut würden (das Elbe Wochenblatt berichtete), solle zumindest ein sogenanntes „Biodiversitätsgründach“ her und kein einfaches „Sedumdach“. Einen entsprechenden Antrag verabschiedete die Bezirksversammlung mit nur einer Gegenstimme.
Wie unterscheiden sich die beiden Varianten der Dachbegrünung? Sedumdächer sind die einfache, kostengünstige Lösung. Sie bestehen überwiegend aus robusten und winterharten Sedumpflanzen, einer Gattung aus der Pflanzenfamilie der Dickblattgewächse, auch
Sukkulenten genannt. Für die Natur bringt das wenig, da nur wenige Pflanzenarten vorhanden sind, die weniger Tieren Lebensraum und Nahrung bieten.
Das Biodiversitätsdach umfasst dagegen viel mehr Pflanzenarten, darunter heimische Wildstauden, Gehölze, aber auch Totholz und Wasserflächen. So soll mehr Lebensraum für Kleinstlebewesen, für Insekten und Vögel entstehen, die zum Beispiel auf dem Dach automatisch besser zum Beispiel vor Katzen geschützt seien.

Kaum teurer als gewöhnliches Gründach
Kann jedes Gebäudedach so begrünt werden oder ist eine besondere Bauweise nötig? Fabian Piotrowski von den Grünen, der diese Dachvariante den anderen Bezirkspolitikern vorstellte, sieht da kein Problem: „Das Sediment muss gleich dick sein, möglicherweise ist ein wenig mehr Pflege nötig“, glaubt er. Der Vorteil: „Die Schüler könnten hier Natur hautnah beobachten, direkt in der Schule Ökonischen beobachten.“
Ist ein Biodiversitätsdach teurer als ein herkömmliches Sedumdach? „Der Unterschied liegt im einstelligen Eurobereich pro Quadratmeter“, hat Piotrowski ermittelt. „Das dürfte kein Problem darstellen. Jetzt hofft er auf Entgegenkommen der Behörde. Denn die umstrittene Bebauung der ökologisch wertvollen Wiesenfläche müsse ausgeglichen werden. Man habe schließlich ein ökologisches Leuchtturmprojekt beim Schulbau auf der Brünschenwiese angekündigt.

 

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