Mitglieder der Tschernobyl-Initiative Groß Flottbek-Bahrenfeld protestieren für die Freilassung der inhaftierten belarussischen Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa. Foto: PR

Die Mahnwache der Tschernobyl-Initiative Groß Flottbek-Bahrenfeld für die belarussische Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa geht weiter: Jeden Montag von 10.30 bis 11.30 Uhr stehen Mitglieder der Gruppe auf dem Bürgersteig gegenüber dem Honorarkonsulat der Republik Belarus an der Elbchaussee 54, um gegen Kolesnikowas Inhaftierung zu protestieren. „Wir wünschen uns, dass der Honorarkonsul Dr. Schröder nicht weiter für den belarussischen Diktator arbeitet“, sagt Sabine Peschel von der Initiative.
Maria Kolesnikowa ist wegen ihres Engagements für freie Wahlen in Belarus zu elf Jahren Straflager verurteilt worden. Seit fünf Wochen protestieren die Flottbeker und Bahrenfelder für die Politikerin und andere politische Gefangene wie Kolesnikowas Anwalt Maksim Znak.

Regelmäßig 30 Kinder aus Belarus zu Besuch
„Uns liegt Belarus am Herzen“, sagt Peschel. Seit der Tschernobyl-Katastrophe 1986 im Norden der Ukraine, von der Belarus schwer betroffen war, laden die Mitglieder alle zwei Jahre Kinder zur Erholung nach Hamburg ein. Rund 30 Kinder und ihre fünf Betreuerinnen können dann vier unbeschwerte Wochen im Freizeitheim in Wittenbergen verbringen: Sie machen Ausflüge und feiern Feste. Außerdem kümmern sich Zahnärzte um die Zähne der Kinder. Diese Aktion wird komplett durch Spenden finanziert.
Alle zwei Jahre sind Mitglieder der Tschernobyl-Initiative bisher selbst nach Belarus gefahren, um die Familien der Kinder zu treffen und den nächsten Aufenthalt der Kinder vorzubereiten. Wegen Corona und wegen der politischen Zustände in Belarus konnte diese Reise 2020 und 2021 nicht stattfinden. Aber: „Bei den vielen Besuchen in Belarus haben wir die herzliche Gastfreundschaft der Menschen dort erlebt. und eine Menge über die Geschichte des Landes, auch über unsere gemeinsame schreckliche Geschichte während des zweiten Weltkrieges erfahren.“
Und: Man wisse von jungen Leuten, die wegen ihrer Teilnahme an den Demonstrationen untertauchen mussten. „Wir versuchen, mit Geld zu helfen. Das ist aber ein schwieriges Unternehmen, weil wir das Geld nicht normal überweisen können“, berichtet sie.

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