olle Ränge gegen Eintracht Norderstedt: Im April 2019 sahen 1.300 Zuschauer, wie der Oberligist TuS Osdorf gegen den Regionalligaklub 0:3 r. Foto: ms

Fußball: Der TuS Osdorf hat seine Elf weiterentwickelt

Von Jörg Marwedel. Ohne Torjäger Jeremy Wachter und Mehmet Eren (beide gesperrt) sowie den verletzten Kapitän Bennet Krause muss der Oberliga-Tabellenführer TuS Osdorf am Sonntag beim SV Rugenbergen antreten. Doch Manager Cemil Yavas, 36, ist trotz des Ausfalls der drei wichtigen Stammspieler nicht bange. Vor einer Woche hat man die Spitzenposition mit einem 3:2-Sieg gegen Union Tornesch gefestigt. Ziel ist, so Yavas, das Erreichen der Aufstiegsrunde.

Doch die vergangene, abgebrochene Saison, in der man nur einen Sieg verbuchte, spielt noch eine große Rolle. Man habe das Team mit zu großen Erwartungen überrollt, sagt Yavas im Nachhinein. Er hielt trotzdem an Trainer Philipp Obloch, 43, fest. Der arbeite „sehr akribisch“ an der Weiterentwicklung. Obloch kam 2019 als Nachfolger des siebeneinhalb Jahre lang tätigen Urgesteins Piet Wiehle und vollzog den von Yavas gewünschten Umbruch. Mit vielen neuen Spielern und einem Stil, der sich deutlich abhebt von der eher „einfachen Spielweise“ unter Wiehle.

Die meisten Zuschauer der Oberliga

Dass der einstige Kreisligist TuS Osdorf, der inzwischen in seine fünfte Saison in der höchsten Hamburger Klasse geht, prächtige Zukunftsaussichten hat, verdankt er auch Cemil Yavas. Seit zwölf Jahren ist der Netzwerker dabei, und obwohl der Etat angeblich der niedrigste in der Oberliga ist, zieht es immer wieder talentierte Spieler an den Blomkamp. So wie vor dieser Saison Kay-Fabian Adam, 19, aus Norderstedt, Abdul Saibou, 18, vom Eimsbütteler TV oder Christopher Grünewald, 19, vom FC St. Pauli, der sich nach einem Kreuzbandriss in das Team kämpfte.

Neben Altona 93 und Teutonia 05 ist der TuS Osdorf längst die erste Adresse im Hamburger Westen und liegt mit einem Zuschauerschnitt von fast 500 auch an der Oberligaspitze. Was aber lockt ehrgeizige Spieler nach Osdorf, wenn es nicht das Geld ist? Es ist vor allem die ziemlich professionelle Betreuung. Es gibt den Video-Analysten Thorsten Köhn, der es ermöglicht, dass Obloch als einziger Oberligatrainer eine Video-Analyse in der Halbzeit machen kann. Es gibt den Scout Ediz Abtoula, der jeden Gegner vorher so gut auswertet, dass die Osdorfer nichts überraschen kann.

Es gebe kaum einen Verein auf diesem Niveau, wo sich junge Spieler besser entwickeln können. Ob man auch die Regionalliga erreichen könnte? Dafür bräuchte man einen Etat von 200.000 bis 300.000 Euro, sagt Yavas. Den könne man aber nur mit einem Sponsor stemmen, der dann vielleicht die Hierarchie im Verein durcheinander wirbeln würde. Das lehnen sie bisher in Osdorf ab. Auch der Spielort müsste gewechselt werden, die Anlage am Blomkamp ist zu klein.

Für eine erfolgreiche Zukunft ist dennoch alles vorbereitet. So wie der Aufschwung einst mit einer außergewöhnlichen Jugendmannschaft begann, ist jetzt die einstige U19 in der Bezirksliga schon Zweiter. Spielertrainer ist Thorben Krause, der einst mit seinem Cousin Bennet Krause den Weg von der Bezirksliga in die Oberliga antrat. Es steht, so Cemil Yavas, schon „die nächste großartige Generation“ in den Startlöchern.

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