Die Fotografinnen und Fotografen von Sternenkindfotografie e.V. arbeiten ehrenamtlich. Für „ihre Sternchen“, wie sie die Babys nennen, sind sie in ganz Hamburg und Schleswig-Holstein unterwegs. Foto: Tanja von Rohden

Verein Sternenkindfotografie sorgt dafür, dass die Eltern ein Andenken bekommen

Maren Langenbach, Hamburg. Wenn ein Baby im Mutterleib oder kurz nach der Geburt stirbt, reißt der Verlust den Eltern den Boden unter den Füßen weg. . Den Müttern und Vätern bleibt in der Klinik, in der das so genannte „Sternenkind“ zur Welt kommt, nur wenig Zeit zusammen mit dem Baby, bevor sie es für immer gehen lassen müssen. Diese kurzen besonderen Augenblicke als bleibende Erinnerungen in Fotografien für die Familien festzuhalten, hat sich der Eimsbüttler Verein Sternenkindfotografie zur Aufgabe gemacht.
„Für uns stehen die Eltern und ihre Sternenkinder im Mittelpunkt“, betont Fotografin Désirée Pundschus, die zusammen mit Thomas Liehr, Mike Gimmerthal, Michael Holzern und Michaela Pischke den Vereinsvorstand bildet. „Der Tod, besonders der eines Babys, ist in unserer Gesellschaft immer noch ein Thema, über das niemand gern spricht. Aber es gibt sie, die Sternenkinder, und auch die Väter und Mütter, die Eltern sind, auch wenn ihr Kind nur kurz oder gar nicht gelebt hat.“
Der Verein zählt mittlerweile 30 Mitglieder, die ausschließlich ehrenamtlich in Hamburg und Schleswig-Holstein unterwegs sind. „Mit unserer Arbeit möchten wir den Familien eine Stimme geben, und auf das Thema Sternenkinder aufmerksam machen“, so Pundschus. Die 39-Jährige Projektmanagerin hatte als Fotografin bereits 51 Sternenkind-Einsätze. „Wir sind mit den Kliniken in Hamburg und Schleswig-Holstein vernetzt. Oft wissen die Eltern eines Sternenkindes nicht, dass es uns gibt und erfahren erst durch die Hebamme etwa von unserer Arbeit. Viele entschließen sich dann, Fotos von uns machen zu lassen“, erläutert Désirée Pundschus. Ist ein Baby dann gestorben, informiert die Klinik den Verein über seine Alarmtelefonnummer, daraufhin wird der Einsatz koordiniert und ein Fotograf fährt zu den Familien ins Krankenhaus.
Désirée Pundschus kann sich noch an jeden ihrer Einsätze erinnern. „Es ist kein leichter Job, den wir machen, wir kommen ja schließlich in eine Situation zu einer Familie, die gerade die wohl schlimmste Zeit ihres Lebens durchstehen muss. Dazu braucht es viel Einfühlungsvermögen“, sagt die Moorburgerin, die zwischen den Einsätzen, so wie ihre anderen Fotografen-Kollegen, eine Pause einlegt, um das Erlebte zu verarbeiten. „Doch die Dankbarkeit der Familien, diese ersten und letzten Fotos von ihrem Kind zu haben, ist sehr groß und lässt mich weiter machen. Ich bin immer wieder so froh, den Eltern dieses Geschenk machen zu dürfen.“

>> Weitere Informationen unter www.sternenkindfotografie.de

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