Vorschlag des Vereins Zukunft Elbinsel. grafik: michael rotschuh

Olaf Zimmermann, Wilhelmsburg. SPD und Grüne möchten die U4 über den Kleinen Grasbrook hinaus nach Wilhelmsburg verlängern. „Entsprechende Planungen sollen zügig vorangetrieben werden“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Auch eine weitere Verlängerung nach Harburg wird angestrebt.
„Die Weiterführung der U4 ins Wilhelmsburger Reiherstiegviertel ist ein Meilenstein für den Hamburger Süden“, sagt der auf der Elbinsel lebende Verkehrsexperte der Grünen Bürgerschaftsfraktion Gerrit Fuß.
Weniger euphorisch fällt das Urteil von Manuel Humburg (Verein Zukunft Elbinsel) aus: „Ein überfälliger Schritt. Schon lange setzen sich Viele auf der Elbinsel dafür ein.“
Bislang ist der Hamburger Süden nur mit den schon jetzt überlasteten, von Störungen geplagten S-Bahnlinien S3 und S31 ans Schnellbahnnetz angebunden. „Doch das wird nicht ausreichen, wenn wir in den kommenden Jahren auf dem Kleinen Grasbrook und im Reiherstiegviertel Wohnungsbau realisieren und die Einwohnerzahl auch in Wilhelmsburg weiter steigt“, hat SPD-Verkehrsfachmann Ole Thorben Buschhüter erkannt. Rund 5.000 neue Wohnungen sollen auf der Elbinsel entstehen.
Der genaue Trassenverlauf der U4 in Wilhelmsburg sowie die Lage der Haltestellen stehen noch nicht fest. Verschiedene Varianten liegen vor. In den Bebauungsplänen wurde bislang noch keine U4-Trasse berücksichtigt. Gerrit Fuß: „Die kurzfristige Sicherung einer Vorzugstrasse für die Verlängerung der U-Bahn ist nun besonders wichtig, um sie mit den Bauplänen für die neuen Wohnquartiere kombinieren zu können.“
Und Manuel Humburg ergänzt: „Die neue Haltestelle südlich der Elbe muss jetzt festgelegt werden, damit sie noch Eingang in die aktuellen Planungen für das zukünftige „Spreehafenviertel“ finden kann.“ Für eine Streckenverlängerung nach Harburg setzt der Verein Zukunft Elbinsel auf eine oberirdische Trassenführung: „Die niedrigschwellige Erreichbarkeit und die geringeren Kosten sprechen dafür. Sowie die Chance, dass wir und unsere Kinder dies noch erleben werden.“

1 KOMMENTAR

  1. Wenn die S-Bahnlinien S3 und S31 „von Störungen geplagt“ sind, so wäre die naheliegende Lösung doch wohl die Hauptursachen zu beseitigen. Eine besteht darin, dass die Stromversorgung unterdimensioniert ist. Daher können nicht mehr Züge auf die Strecke. Das weiß man schon lange, aber am Bau eine neue U-Bahn kann man mehr Geld verdienen.

    Der Bau neuer U-/S-Bahnlinien, zumal unterirdisch, erzeugt wg. der enormen Mengen an Stahl und Beton mehr CO2 als dergl. Projekte in absehbarer Zeit einsparen können. Für die Berliner U5 errechnete eine Gruppe von Fachleuten den Zeitpunkt einer CO2-Einsparung erst nach rund 130 Jahren (https://klimabilanz-ubahn-tram.de ), für die Hamburger U5 kam ein anderes Team auf über 500 Jahre! (https://www.abendblatt.de/bin/incoming/article233469503/U5-U-Bahn-Hamburg-Studie-Eine-umweltfreundliche-U-Bahn-f%C3%BCr-Hamburg_15092021_HA.pdf )

    Zudem wird der Stromverbrauch von SPNV-Systemen allg. falsch eingeschätzt. Sie liegen bei den CO2-Emissionen mit 75 gCO2 pro Personenkilometer + 20% Linienumweg nur um ein Drittel niedriger als das fossile Auto mit 142 g. Wenn man das Auto elektrifiziert, sind SPNV + MIV ungefähr gleichauf. Das alles ist gleichermaßen Lichtjahre von der Nachhaltigkeit entfernt. Wir müssen Verkehr von Grund auf neu denken!

    Der Verkehr macht 18,2% unserer CO2-Emissionen aus. Wir müssen auf Null. Das ist unmöglich zu schaffen, wenn jeder Abgeordnete seinem Wahlkreis eine neue U-Bahn verspricht.

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