Demo für Tempo 30. Foto: PR

Raser machen Niendorfer Gehege unsicher, Bürger demonstrieren für Tempo 30

Von Dirk Andresen. Diese Straße ist gefährlich. Sehr gefährlich. Da sind sich alle Anwohner einig. Und gehen deswegen jetzt auf die Barrikaden. Schon lange fordern die Bewohner der Häuser am Niendorfer Gehege eine Verlängerung der 30er-Zone aus dem Waldstück hinaus auch für die dort abknickende, ebenfalls noch als Niendorfer Gehege geführte Straße in Richtung Rungwisch. Nach ihrer Ansicht gehört dort aber nicht nur ein Tempolimit hin.

Ludwig Baumm, einer der Initiatoren des Protestes: „So wie hier von vielen Autofahrern nach Ende der 30er-Zone unmittelbar losgerast wird, brauchen wir für den mehr als einen halben Kilometer langen Abschnitt einen Zebrastreifen oder eine Fußgängerampel.“ Dafür gingen er, seine Familie und knapp 100 weitere Demonstranten am vergangenen Wochenende auf die Straße, demonstrierten mit Bannern und Schildern gegen die ihrer Meinung nach brandgefährlichen Verkehrsverhältnisse.

Tempo-30-Zone noch lange nicht in Sicht

Es war bereits die zweite Demo, eine dritte ist für den 5. November geplant. Baumm: „Hier spielen sich teilweise wirklich haarsträubende Szenen ab. In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Unfällen – erst vor einigen Wochen ein heftiger Auffahrunfall. Kürzlich wurde ein Laternenmast gerammt. Mein Firmenwagen wurde hier in den letzten vier Jahren viermal auf dem Parkstreifen angefahren, zweimal auf der Fahrerseite regelrecht aufgeschlitzt.“

Für das zuständige Polizeikommissariat 27 – in Hamburg ist die Polizei für die Einrichtungen wie 30er-Zonen, Zebrastreifen und Fußgängerampeln zuständig – allerdings kein Grund, den Forderungen zu entsprechen. In einer Stellungnahme des PK 27 und der Verkehrsdirektion 51 zum umstrittenen Streckenabschnitt heißt es nur lapidar: „Die VD 51 bezweifelt, dass die erforderlichen Stärken (Anzahl der Fußgänger und KFZ, die dort täglich unterwegs sind) erreicht werden. Valide Zahlen liegen der VD 51 nicht vor.“
Für Baumm und seine Mitstreiter ist das nicht zu begreifen: „Wir leben und wohnen doch hier, wir können doch wohl am besten beurteilen, wie gefährlich der Verkehr hier ist. Warum hilft man uns nicht? Muss dafür erst etwas Schlimmes passieren?“

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