Mittelmeerurlaub mit Maske: In den Herbstferien sind wieder mehr deutsche Touristen im Ausland unterwegs. Foto: Panthermedia

Corona-Pandemie: Impfbereitschaft auf Höchststand – zusätzliche Tests vor und in den Schulen nach den Herbstferien

In Hamburg laufen die Herbstferien noch eine Woche, durch Reiserückkehrer werden wieder steigende Corona-Infektionen befürchtet. Weiter gilt: Wer Urlaub im Ausland gemacht hat, muss bei der Einreise nach wie vor einen Impfnachweis vorlegen, wenn er älter als zwölf Jahre ist. Wer nicht vollständig geimpft ist, muss einen Corona-Test machen und einen negativen Testnachweis bei Einreise vorzeigen. Strengere Regeln gelten für Rückkehrer aus Hochrisikogebieten und Virusvariantengebieten. Eine Übersicht, zu welcher Kategorie die Reiseländer gehören, steht im Internet unter www.rki.de – die Liste wird vom Robert-Koch-Institut regelmäßig aktualisiert.
Strengere Regeln gelten an Schulen, die der Senat besonders schützen will: Schüler, die aus dem Ausland zurückkehren, dürfen das Schulgelände nicht ohne Impfnachweis oder einen negativen Coronavirus-Testnachweis betreten. Die Regel gilt auch für Schüler unter Zwölf. Für Schüler, die nicht geimpft oder getestet sind, gibt es am ersten Schultag am Montag, 18. Oktober, Schnelltests vor Beginn des Unterrichts. Dieses Angebot gilt auch vor der Frühbetreuung. In den ersten beiden Schulwochen werden hamburgweit nach den Ferien werden außerdem drei statt wie üblich zwei Schnelltests pro Woche gemacht.

Büffeln in den Ferien, Piks neben Uwe Seelers Fuß

Aber auch in den Ferien wird vielfach gebüffelt, weil es in der Pandemie lange nur digitalen Unterricht gab und die Schulbehörde „Lernrückstände“ ermittelt hat: An 288 Schulen laufen Lernferienkurse. Das Angebot ist für die Schüler freiwillig und kostet nichts. Die Kosten von 400.000 Euro trägt die Behörde. Wer in Lernferien ist, soll aber auch Freizeit haben. Die Schüler sind eine Woche täglich drei Schulstunden in einer Lerngruppe mit acht bis zwölf anderen Teilnehmern.

Da es für Kinder unter zwölf Jahren noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt, ist das Infektionsgeschehen in den Kitas schwerer zu kontrollieren. Sozialsenatorin Melanie Leonhard geht dennoch davon aus, „dass der Kitabetrieb auch über den Winter relativ uneingeschränkt gewährleistet werden kann“. Leonhard weiter: „Anders als im letzten Winter haben wir jetzt die Corona-Schutzimpfungen, mit denen sich Beschäftigte und Eltern schützen können.“ Für Kinder ab drei Jahren gebe es Testangebote, aber noch keine Lolli-Tests, die derzeit an Schulen in einem Modellversuch erprobt werden.
Die Sozialsenatorin stellt klar: Hat ein Kind Husten, darf es nicht in die Kita. In die Betreuung darf es erst, wenn es mindestens 48 Stunden symptomfrei und gesund sei. Für Luftfilter oder CO2-Ampeln hat die Sozialbehörde einen Corona-Sonderzuschuss von 2,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, den die Kitas nach Bedarf flexibel einsetzen können.

Die Impfbereitschaft steigt in Deutschland auf 82 Prozent, das haben Hamburger Forscher bei Befragungen herausgefunden. Ein bisheriger Höchstwert, so das Ergebnis der repräsentativen Umfrage des Hamburg Center for Health Economics (HCHE), die vom 7. bis 21. September lief. Überraschendes Ergebnis: Dass die Test ab 11. Oktober nicht mehr gratis sind (das Elbe Wochenblatt berichtete), beeindrucke Ungeimpfte bislang ebenso wenig wie die Aussicht, an 2G-Veranstaltungen teilnehmen zu können. „Höchstens vier Prozent der Ungeimpften erwägen dadurch eine Impfung. Bei rund 30 Prozent führt dies sogar zu einer Gegenreaktion: Sie geben an, dass eine Impfung noch unwahrscheinlicher würde“, so Prof. Jonas Schreyögg, der Leiter des HCHE.
Er sagt, dass Bildung kaum noch Einfluss auf die Impfbereitschaft habe: „Waren zunächst mehr Menschen mit geringer Bildung eher nicht überzeugt davon, sich impfen zu lassen, hat sich das inzwischen angeglichen.“

Wichtiger als Druck auszuüben, sei es zu informieren. „Geblieben ist, dass Menschen, die sich viel über die Pandemie informieren und den Informationen aus der Regierung und den Ministerien vertrauen, impfbereiter sind“, so Schreyögg.

Erst 69,1 Prozent der Hamburger sind vollständig geimpft Die Impfaktionen in den Stadtteilen werden weiter gut angenommen. Ein Impfbus hält auch an ungewöhnlichen Orten wie Uwe Seelers Fuß. Vor der Skulptur am Volksparkstadion unterstützt am Freitag, 8. Oktober, auch Bundestrainer Hansi Flick die Ärzte beim „Pieksen“. Die Fußball-Nationalelf spielt in Hamburg ihr WM-Qualifikationsspiel gegen Rumänien.

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