Foto: Fabian Frinzel

Der Übersetzer und Autor  Markus Ostermair aus München liest am Freitag, den 22. Oktober  2021 aus seinem Roman „Der Sandler“. Der Abend beginnt um  19 Uhr im Kleinen Michel,  Michaelisstraße 5,  20459 Hamburg – ganz in der Nähe des Ledigenheims.

In „Der Sandler“ wird eine Geschichte erzählt, die eigentlich gar nicht erzählt werden darf. Denn sie handelt von der Scham des sozialen Abstiegs – und diese Scham macht die Betroffenen schweigen. Der Sandler ist deshalb eine fiktive Geschichte, die Obdachlose ins Zentrum stellt und trotz aller Fiktion ein realistisches und vielschichtiges Bild ihres Alltags auf den Münchner Straßen vermittelt.

Einer von ihnen ist Karl Maurer. Er mäandert durch die Stadt, besucht Suppenküchen und Kleiderkammern und manchmal wird er von den Bildern seines früheren Lebens eingeholt – von seiner Frau und seiner kleinen Tochter, der Zeit als Mathematiklehrer und dem Kind, das ihm vors Auto lief. Gleichzeitig durchstreift auch sein Freund Lenz die Stadt auf der Suche nach ihm. Lenz, ein Zettelschreiber und Utopist, merkt, dass es mit ihm zu Ende geht. Er will Karl seine unfertigen Notizen vermachen und, was noch viel wichtiger ist, den Schlüssel zu seiner Wohnung, die er geerbt hatte, in der er sich aber geweigert hatte zu leben.

Lenz‘ Tod ist ein Wendepunkt. Die Wohnung könnte Karls Chance sein, die diffusen, stets auf die lange Bank geschobenen Pläne, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, in die Tat umzusetzen. Gleichzeitig merkt auch Kurt, ein Haftentlassener, der stets den Angriff für die beste Verteidigung hält, dass er sein Leben ändern muss. Auch er sucht eine Bleibe, die er mit niemandem mehr zu teilen braucht.

Der Sprachlosigkeit der Obdachlosen setzt Markus Ostermair eine Sprache entgegen, die nahe an ihr Leben heranführt, ohne dabei zu werten, zu romantisieren oder voyeuristisch zu sein.

Lesung ist ein weiterer Abend zugunsten des  sozialen und kulturellen Projekts „Das Ledigenheim erhalten!“ in der Hamburger Neustadt.  Dafür haben sich seit  August  2014 immer wieder  Autoren und etliche  Schauspieler in monatlich stattfindenden  Lesungen  engagiert. Marcus Ostermair verzichtet auf ein Honorar. Der Eintritt ist frei.  Mit ihren Spenden unterstützen die Besucher die Arbeit für das Ledigenheim.

Wegen der für den Veranstaltungstag geltenden  Corona – Rechtsverordnung bitten wir unbedingt um Anmeldung unter: anmeldung@stiftungros.de  oder  unter Tel: 040 29813888. Der Nachweis einer vollständigen Impfung bzw. der einer überwundenen Corona-Erkrankung oder aber die Vorlage eines negativen Testergebnisses unter den dann geltenden Modalitäten sind Bedingung für die Teilnahme.

Mehr Information über diese und weitere Abende sowie über die Arbeit zur Erhaltung des Ledigenheims in der Rehhoffstraße finden sich  auf der Website der Stiftung Ros unter www.stiftungros.de.

Zur darauffolgenden Lesung kommt Doris Gercke am 12. November um 19 Uhr in den Kleinen Michel. Sie liest aus ihrem neuen Kriminalroman „Die Nacht ist vorgedrungen“.

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