Linda Heitmann wurde von den Altonaern in den Bundestag gewählt. Foto: PR

Bundestagswahl: Direktmandate in Altona und Eimsbüttel gehen an die Grünen – Olaf Scholz bringt die SPD im Bund und in Hamburg auf Platz eins – CDU schrumpft in der Hansestadt auf 15,5 Prozent

René Dan/Olaf Zimmermann/Gaby Pöpleu, Hamburg

Die SPD hat die Bundestagswahl knapp vor der CDU gewonnen. Hamburgs Ex-Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) kann mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP zum Bundeskanzler gewählt werden. Wahlverlierer Armin Laschet versucht, eine Mehrheit aus CDU, Grünen und FDP zu schmieden.

In Hamburg haben SPD und vor allem die Grünen deutlich zugelegt, die CDU fuhr ihr schlechtestes Bundestagswahlergebnis überhaupt ein (siehe Infokasten). Vier der sechs Hamburger Wahlkreise gingen an die SPD – in Altona und Eimsbüttel errangen erstmals Grüne das Direktmandat.

Dieser Wahlsieg gelang Till Steffen in Eimsbüttel mit einem Vorsprung von 412 Stimmen: Dank 29,9 Prozent der Erststimmen (plus 14,8 Prozent) hat der Grüne das Direktmandat dem bisherigen Wahlkreisabgeordneten Niels Annen (SPD), der auf 29,6 Prozent (minus zwei Prozent) kam, abgenommen. „Das ist möglich geworden, weil wir Grüne in diesem Wahlkampf in Eimsbüttel zu einer echten Bewegung geworden sind“, so Steffen.

Annen hat eine etwas andere Analyse. In Stadtteilen wie Eidelstedt (39,7% für Annen, 16,2% für Steffen, d. Red.) oder Stellingen (33% für Annen, 26,2% für Steffen) habe die SPD „sehr gut“ abgeschnitten, während im Kerngebiet (24,6% Annen zu 42,2% Steffen) oder Rotherbaum (20,2% zu 34,4%) „persönlichen Themenschwerpunkte“ der Wähler zu grünen Erfolgen führten.

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt erfuhr erst am Montagmorgen, dass er über die Landesliste in den Bundestag einzieht. Er wolle sich weiterhin für Eimsbüttel einsetzen und außenpolitisch aktiv bleiben: „In welcher Rolle das sein wird, werden die kommenden Wochen zeigen.“

Christdemokrat Rüdiger Kruse erreichte 17,1 Prozent (-11,6 Prozent) – und kam aufgrund des schlechten Abschneidens der Hamburger CDU auch nicht über die Landesliste ins Parlament. „Letztlich hat sich das Bürgerschaftswahlergebnis wiederholt, anders als in der Vergangenheit konnten wir uns bei der Bundestagswahl nicht davon absetzen“, so Kruse zur Wahlniederlage.

Matthias Bartke und Marcus Weinberg verlieren ihr Mandat

Im Bezirk Altona gelang Linda Heitmann ebenfalls eine Premiere: Erstmals holte eine Grüne das Direktmandat. Heitmann erreichte 29,6 Prozent der Erststimmen. Damit verlieren Matthias Bartke (28,6 Prozent) und Marcus Weinberg (16,8 Prozent) ihr Bundestagsmandat, da sie auch nicht über die Landeslisten den Wiedereinzug geschafft haben.

Lurup hat sich bei der Bundestagswahl erneut als eine hamburgweite Hochburg der SPD erwiesen: Bei den Erststimmen erreichte Bartke 43,2 Prozent der Stimmen.
Beinahe wäre Die Linke aus dem Parlament geflogen, sie kam bundesweit nur auf 4,9 Prozent, bleibt aber dank dreier Direktmandate im Bundestag. Es sei der Linken nicht gelungen, genügend Menschen davon zu überzeugen, dass Ziele wie Vermögensabgabe oder Mindestlohn „mit uns am besten zu erreichen sind“, so die Eimsbütteler Direktkandidatin Zaklin Nastic. Sie behält dank Platz eins der Landesliste ihr Bundestagsmandat.

Als jüngstes Mitglied des Deutschen Bundestags fährt die 23-jährige Emilia Fester aus Eimsbüttel nach Berlin: Auf Vorschlag der Grünen Jugend hatte sie auf Listenplatz drei kandidiert.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here