Bundestagswahl 2021: SPD-Wahlparty im MOJO auf der Reeperbahn

von O. Zimmermann und G. Pöpleu

Die SPD hat die Bundestagswahl knapp vor der CDU gewonnen. Hamburgs Ex-Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) kann mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP zum Bundeskanzler gewählt werden. Wahlverlierer Armin Laschet versucht, eine Mehrheit aus CDU, Grünen und FDP zu schmieden.
In Hamburg haben SPD und vor allem die Grünen deutlich zugelegt, die CDU fuhr ihr schlechtestes Bundestagswahlergebnis überhaupt ein (siehe Infokasten). Vier der sechs Hamburger Wahlkreise gingen an die SPD, in Altona und Eimsbüttel gewannen die Grünen.
Während die Grünen bundesweit und hamburgweit nicht den Sprung an die Sitze schafften, gelang dies der bisher kaum bekannten früheren Bürgerschaftsabgeordneten Linda Heitmann für die Grünen im Wahlkreis Altona: Sie gewann mit 29,6 Prozent die meisten Erststimmen für sich, wird als Diektkandidatin 14 Altonaer Stadtteile im Bundestag vertreten.

Linda Heitmann wurde von den Altonaern in den Bundestag gewählt. Foto: PR

Der langjährige Altonaer Direktkandidat Matthias Bartke (28,6 Prozent der Erststimmen, SPD) – er saß für Altona seit 2013 im Bundestag – muss seinen Sitz in Berlin räumen. Er war nur auf Platz vier der Landesliste seiner Partei positioniert worden, und das reicht nicht für ein Ticket nach Berlin. „In aller Bescheidenheit: Ich glaube, ich war kein schlechter Abgeordneter“, schrieb Bartke auf Facebook. „Und keine Frage, ich wäre gerne Abgeordneter geblieben.“
Auch Marcus Weinberg CDU muss seine Sachen in Berlin packen. Er war diesmal nicht wie bisher auf der CDU-Landesliste abgesichert, über die er seit 2005 regelmäßig nach Berlin entsandt worden war. Seine Partei stürzte auf hamburgweit 15,5 Prozent der Stimmen ab – das schlechteste Ergebnis in Hamburg bei einer Bundestagswahl.
Im Wahlkreis Mitte erhielt Manuel Muja (Grüne) 26 Prozent der Erststimmen, das Direktmandat ging aber an Falko Droßmann (SPD). Der bisherige Bezirksamtsleiter aus Mitte holte dabei 33,2 Prozent der Stimmen. Ein besseres Ergebnis als sein Vorgänger Johannes Kahrs 2017. Die politische Karriere von Christoph de Vries (CDU, seit 2017 im Bundestag) schien am Wahlabend bereits beendet. de Vries fuhr in Mitte gerade einmal 13,1 Prozent der Stimmen ein. Doch in der Nacht entschied sich, dass sein dritter Platz auf der CDU-Landesliste für den Einzug in den Bundestag reicht.

Hamburger Ergebnisse
Bundestagswahl 2021 – das vorläufige Hamburger Endergebnis (Zweitstimmen, in Prozent):
SPD: 29,7 (+6,2)
Grüne: 24,9 (+ 11,0)
CDU: 15,5 (-11,8)
FDP: 11,4 (+0,6)
Linke: 6,7 (-5,5)
AfD: 5,0 (-2,9)

Hamburg stellt 16 Bundestagsabgeordnete: 5 SPD, 4 Grüne, 3 CDU, 2 FDP, 1 Linke, 1 AfD. Gewählt wurden Falko Droßmann, Dorothee Martin, Aydan Özoguz, Metin Hakverdi, Niels Annen (alle SPD), Christoph Ploß, Franziska Hoppermann, Christoph de Vries (alle CDU), Linda Heitmann, Till Steffen, Katharina Beck, Emilia Fester (alle Grüne), Michael Kruse, Ria Schröder (beide FDP), Zaklin Nastic (Linke) sowie Bernd Baumann (AfD).

Bund
Bundestagswahl 2021 – das vorläufige amtliche Endergebnis (in Prozent):
SPD: 25,7
CDU/CSU: 24,1
Grüne: 14,8
FDP: 11,5
AfD: 10,3
Linke: 4,9

Wahlbeteiligung: 76,6

Wahlkreis Altona
Bundestagswahl 2021 – das vorläufige Endergebnis (Zweitstimmen, in Prozent) im Wahlkreis 19 (Altona):
Grüne: 30,3 (+12,3)
SPD: 25,6 (+5,2)
CDU: 14,8 (-10,1)
FDP: 10,9 (-0,3)
Linke: 9,0 (-6,7)
AfD: 3,3 (-2,2)

Wahlkreis Mitte
Bundestagswahl 2021 – das vorläufige Endergebnis (Zweitstimmen, in Prozent) im Wahlkreis 18 (Mitte):
SPD: 28,6,5 (+4,8)
Grüne: 27,9 (+ 13,5)
CDU: 11,2 (-12,3)
FDP: 10,4 (+1,1)
Linke: 8,7(-6,2)
AfD: 5,1 (-2,9)

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