Zusätzliche Haltestelle an der der Jürgensallee. Foto: ML

Von Maren Langenbach

Bis Anfang 2024 wird die Elbchaussee saniert. Für die Arbeiten wurde die Straße zur wechselseitigen Einbahnstraße, was für Autofahrer Staus und Umwege bedeutet. Auch der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) musste seine Bushaltestellen verlegen, teilweise fallen sie ganz weg. Für Gisela Wintheim ist dies eine mittelschwere Katastrophe.
„Ich nutze gern und oft den Bus, um meine Einkäufe im Elbe Einkaufszentrum zu erledigen. Besonders auf dem Rückweg vom Shoppen bin ich auf den Bus angewiesen, da ich ja schlecht die weite Strecke zu mir laufen kann, erst recht nicht mit den ganzen Lebensmitteln“, sagt die Rentnerin, die froh ist, dass die Haltestelle, von der „ihr“ 392er Bus abfährt, normalerweise keine fünf Gehminuten von ihrer Wohnung beim Internationalen Seegerichtshofs entfernt liegt. „Doch durch die Sanierungen muss ich für die Busfahrt bis zum Friedhof laufen, das dauert mindestens 20 Minuten, was für mich als alten Menschen sehr weit ist. Hat man uns Alte gar nicht mehr auf dem Schirm?“
Die 77-Jährige denkt mit Sorge an die dunkle Jahreszeit mit glatten Wegen. „Viele aus meiner Nachbarschaft sind auf den Gehwagen angewiesen. Sie würden dann womöglich gar nicht rausgehen aus Angst vor zu langen rutschigen Wegen, auf denen sie sich verletzen könnten“, merkt die ehemalige Sekretärin an. Sie denkt auch an Menschen im Rollstuhl, Familien mit kleinen Kindern oder Kitagruppen. „Die neue Lage macht einer Menge Menschen zu schaffen, im Friseursalon ist die Sanierung Dauerthema“, so Gisela Wintheim.
Auch die Bewohner der benachbarten Elbschloss-Residenz hatten offenbar Probleme. Nach einigen Beschwerden reagierte der HVV: An der Haltestelle Jürgensallee, Ecke Bonne-Straße, wurde eine zusätzliche Haltestellen für den 112er Bus eingerichtet. An der endgltigen Position der Haltestelle der Linie Richtung Blankenese wird noch gebaut, deshalb wurde die Ersatzhaltestelle 20 Meter daneben eingerichtet. Gisela Wintheim ist froh: „Das ist zwar nicht perfekt, da es nicht ganz meine Buslinie ist, aber immerhin. Es bringt also doch was, sich einzusetzen.“

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