Länger warten: Die S32 fährt auf dieser Fotomontage der SPD bereits bis zum Osdorfer Born. Fotomontage: SPD

S-Bahn zum Born bis 2035 kaum noch möglich –
es liegt an einem Tunnel

Matthias Greulich, Hamburg-West

Die Vorplanungen für die Bahn über Bahrenfeld zum Osdorfer Born hängen solange in der Luft, bis nicht über ein Milliardenprojekt der Bahn entschieden wird. „Eine Eröffnung bis 2035 dürfte damit kaum noch zu schaffen sein“, lautet die Schlussfolgerung für den Verkehrsexperten Christian Hinkelmann vom Onlineportal Nahverkehr Hamburg. Eine „Bahn nach Lurup“ wurde den Hamburgern zuerst im Wahlkampf 1974 versprochen, ein Jahr später aus Geldmangel abgeblasen und vom Senat seit 2019 als S 32 verbindlich zugesagt (das Elbe Wochenblatt berichtete mehrfach).

Warum stockt die Planung?
Die 2019 festgelegte Trasse der S32 sollte ursprünglich hinter dem Bahnhof Holstenstraße unter der Erde zur Von-Sauer-Straße über die Trabrennbahn, Lurup bis zum Osdorfer Born verlaufen. Aber weil nicht sicher ist, ob in Zukunft ab Holstenstraße noch S-Bahnen fahren, gibt‘s Probleme. Das liegt an einer für Hamburg überraschenden Idee aus dem Bundesverkehrsministerium, einen „Verbindungsbahnentlastungstunnel“ zu prüfen. In diesen Tunnel würde der S-Bahnverkehr zwischen Hauptbahnhof und Holstenstraße einige Kilometer weiter nördlich verlegt werden. Auf der Verbindungsbahn zwischen Dammtor und Hauptbahnhof könnten auf den freigewordenen Gleisen mehr Fernzüge fahren, um den von der Bahn angepeilten „Deutschland-Takt“ zu erreichen.

Kommt der geschätzt drei Milliarden teure Tunnel?
Das weiß derzeit niemand. Die Bahn will in den kommenden Wochen eine Machbarkeitsuntersuchung in Auftrag geben. „Erste Ergebnisse werden im Jahr 2022 erwartet“, heißt in der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der Bürgerschaftsabgeordneten Frank Schmitt und Ole Thorben Buschhüter (beide SPD). In seiner Antwort stellte der Senat klar, dass die „erneute, verbindliche Variantenprüfung zur S32“ bereits begonnen habe. „Aufgrund der engen Verknüpfung zu einem möglichen Verbindungsbahnentlastungstunnel soll die neuerliche Variantenprüfung unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Machbarkeitsuntersuchung zum Verbindungsbahnentlastungstunnel fortgeführt und abgeschlossen werden.“

Welche Variante wird geprüft?
Die S32 könnte nun auch über den umstrittenen neuen Fernbahnhof Altona am Diebsteich fahren. Dafür spricht sich wie kürzlich berichtet die Anwohnerinitiative „Starten: BahnWest!“ aus.

Was heißt das für die Planung der S32?
Die Vorplanung könnte frühestens im nächsten Jahr beginnen, aber auch das hängt noch davon ab, wie belastbar die „ersten Ergebnisse“ der Bahn sind. Verkehrsexperte Hinkelmann erinnert daran, dass bei der Verlängerung der S4 bis Bad Oldesloe von der Vorplanung bis zur Eröffnung 17 Jahre veranschlagt seien. Weil die S32 wahrscheinlich komplett unter der Erde verlaufen wird, dauere alles eher länger, so Hinkelmann.
>> nahverkehrhamburg.de

 

Ohne die Bahn?
W
enige tage vor der Bundestagswahl wollen SPD und Grüne nun doch mehr Tempo machen. In einem Bürgerschaftsantrag fordern sie den rotgrünen Senat auf zu prüfen, ob Planung und Bau der S32 in einem eigenen Projekt durch die Stadt oder durch ein anderes Unternehmen als die DB Netz ag erfolgen könne. So war es zuletzt beim Bau der S-Bahn von Ohlsdorf zum Flughafen gelaufen. Dann re die S32 nicht eines von vielen bundesweiten Bauprojekten, wie bei der Bahn, sondern hätte Vorrang für Hamburg.

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