Der FC St. Pauli setzt auf die 2G-Regel. Das Spiel am Sonntag gegen Ingolstadt dürfen 14.773 Zuschauer am Millerntor verfolgen – die Hälfte der normalen Kapazität. Lokalrivale HSV streitet noch mit der Stadt.Foto: claus bergmann

Olaf Zimmermann, Hamburg. Corona lässt nicht locker, die vierte Welle rollt. Besonders betroffen: Jüngere und Ungeimpfte. Auf Hamburger Intensivstationen liegen bereits wieder 57 Patienten. Und das, obwohl der Winter noch in weiter Ferne liegt. Für Ungeimpfte wird es zunehmend schwerer, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Immer mehr Veranstalter lassen nur noch Geimpfte und Genese zu (2G-Regel), darunter Fußball-Zweitligist FC St. Pauli, Handball-Erstligist HSV Hamburg sowie die Basketballer der Hamburg Towers.
An Schutzimpfungen führt kein Weg vorbei, sagt Dr. Pedram Emami, Präsident der Ärztekammer Hamburg: „Jeder und jede über zwölf Jahren kann sich jetzt impfen lassen und damit seinen Beitrag dazu leisten, dass wir uns weiter in Richtung Normalität entwickeln können statt immer nur über Beschränkungen zu diskutieren.“ Die Zeit der Massenimpfungen ist vorbei, für Schutzimpfungen sind neben den Hausärzten vor allem mobile Impfteams zuständig, die ihre Dienste in Bürgerhäusern, Einkaufszentren, Kirchengemeinden, Stadtteiltreffs, Vereinen Schutzimpfungen anbieten. Hier sind keine Terminvereinbarungen nötig. Einfach den Personalausweis mitbringen. Wer sein Impfheft nicht mehr findet, kann trotzdem kommen!
Angebote vor Ort funktionieren. Im Freizeithaus Kirchdorf-Süd warteten trotz Regens 230 Menschen geduldig auf ihren Pieks. Auf St. Pauli gab‘s Dienstagabend in der WunderBar zu jeder Impfung eine Gratis-Pizza. 250 hungrige Ungeimpfte machten mit.
Damit Kinder auch in Herbst und Winter weiter regulär in Kitas betreut werden können, hat die Sozialbehörde für Corona-Schutzmaßnahmen weitere 2,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Kitas erhalten je nach Größe zwischen 1.000 und 3.000 Euro. Davon können zum Beispiel CO2-Ampeln oder mobile Luftfilter angeschafft werden. Nach Auskunft von Sozialsenatorin Melanie Leonhard sind „fast 85 Prozent der Fachkräfte in Kitas mittlerweile geimpft.“
Die genaue Impfquote bei den 20.000 Hamburger Lehrern hat die Schulbehörde noch nicht ermittelt. Dafür wurden bislang bereits 83 Grundschulen mit mobilen Luftfiltern ausgestattet. Bis zu den Herbstferien sollen insgesamt rund 18.000 Geräte angeliefert sein, die restlichen 3.000 Geräte sollen bis Ende Oktober folgen. Zwischen 4. und 13. September wurden an Hamburger Schulen 360 Corona-Infektionen gemeldet, davon 339 bei Schülern. 1.381 Schüler und 28 Schulbeschäftigte kamen vorsorglich in Quarantäne.

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