So soll der neue Harburger Busbahnhof aussehen. Foto: Blunck+Morgen Architekten BDA

Jury entscheidet für Entwurf von Blunck+Morgen Architekten – Bauarbeiten starten im Frühjahr 2022 – noch kein Verkehrskonzept für die Bauphase

Der Harburger ZOB wird nach den Plänen des Architektenbüros Blunck+Morgen neu gestaltet. Der von einer Jury mit großer Mehrheit ausgewählte Siegerentwurf „besticht durch ein großes Dach, das alle Bereiche darunter zusammenhält und sich mit einer aufgeräumten Kante zeigt“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.
Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2022 beginnen. Der eigentliche Umbau der Dachkon-struktion startet im Frühjahr 2023 und soll Ende 2024 abgeschlossen sein. Wie der Verkehr an diesem Knotenpunkt während der Bauarbeiten geregelt werden soll, ist noch unklar. Noch brüten alle Beteiligten über ein tragfähiges Konzept. In den nächsten drei Monaten soll eine Lösung gefunden werden.
Ein wesentliches Merkmal der Gesamtanlage ist der neu entstehende Bussteig in der Hannoverschen Straße, der auf beiden Seiten von den Bussen angefahren werden kann. Er ist ebenfalls überdacht und ermöglicht den Fahrgästen mit bis zu 10 Metern Breite ein bequemes und sicheres Ein- und Aussteigen. Hier werden die Buslinien 14, 141, 241, 143, 443, 543 und 146 halten, die bislang über die Busanlage geführt werden mussten.
Auf der Anlage selbst halten künftig nur die Linien, die hier starten oder enden. Für den Zugang zum Bussteig sorgen zwei Fußgängerquerungen auf der Hannoverschen Straße. Eine davon bietet am südlichen Ende der Anlage auch einen direkten Zugang zum Bahnhofsvorplatz und damit zum Regional- und Fernverkehr.
Ungewöhnlich: Auch die Hannoversche Straße wird im Bereich des ZOB von dessem großen, begrünten Dach überspannt.

Stimmen
Hamburgs Oberbaudirektor und Jurymitglied Franz-Josef Höing: „Die notwendige Verkehrswende braucht ein paar zeichenhafte Orte. Der jetzt entschiedene Wettbewerb zur Neugestaltung des zentralen Busbahnhofs in Harburg zeigt eindrücklich, wie so ein Ort aussehen kann: freundlich, einladend, hell, hochfunktional und der Stadt zugewandt. Unter einem großen Dach versammeln sich ganz selbstverständlich alle notwendigen Funktionen. Das Material Holz und die begrünte Dachfläche zeigen sehr konkret, wie nachhaltiges Bauen aussehen kann.“
Harburgs Baudezernent Hans Christian Lied, ebenfalls Jurymitglied, sagt: „„Mit dem großen Dach und seinen markanten runden Öffnungen wird der Harburger ZOB künftig wesentlich präsenter in Erscheinung treten, als dies bislang der Fall war. Gleichzeitig gelingt es, die städtebauliche Situation an einem der wichtigen Eingänge in die Harburger Innenstadt zu verbessern und dem Bahnhofsvorplatz eine klare Raumkante zu geben.“
Auch Harburgs SPD-Verkehrsexperte Frank Wiesner und CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer waren sich einig: „Das Dach passt, das war der überzeugenste Entwurf.“

Hintergrund
Der in den 1980er-Jahren errichtete ZOB Harburg ist der zentrale Verkehrsknotenpunkt südlich der Elbe. Bis zu 40 000 Fahrgäste steigen hier pro Tag ein, aus oder um. In der Spitzenzeit kommen bis zu 150 Busse pro Stunde an oder fahren ab. 29 Buslinien schaffen gemeinsam mit S3, S31 sowie dem Regional- und Fernverkehr ein enges Mobilitätsnetz. Damit ist die Grenze der Leistungsfähigkeit erreicht. Um für die geplante Einführung des Hamburg-Taktes gerüstet zu sein, ist eine Sanierung und Erweiterung nötig.

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