Dr. Jurka Lienemann hat sich auf einen Arztsitz beworben, um ihre Praxis in Osdorf zu vergrößern. Sie und ihre Kollegin Andrea Förster kommen mit der Arbeit kaum hinterher, seit andere Praxen leerstehen.

Wie Dr. Jurka Lienemann die Gesundheitsversorgung am Osdorfer Born verbessern will

Von Carsten Vitt. Eine Praxis steht seit etwa einem Jahr leer, eine andere wickelt ihren Betrieb ab und wird im Herbst endgültig den Stadtteil verlassen. Für die verbliebenen Ärztinnen und Patienten im Ärztehaus im Born Center heißt das: Mehrarbeit, Wartelisten, eine schwierige Lage. Die Borner Runde hält die medizinische Grundversorgung im Stadtteil für „deutlich gefährdet“ (das Elbe Wochenblatt berichtete).

Dr. Jurka Lienemann möchte das ändern. Die Ärztin ist seit 2015 mit ihrer Praxis für Allgemein- und Sportmedizin im Osdorfer Born ansässig und arbeitet mit Andrea Förster alsangestellter Ärztin zusammen. Doch beide schaffen die tägliche Arbeit kaum, seit die Praxis des Allgemeinmediziners Funke vor einem Jahr schloss. Ein großer Teil der ehemals 1.000 Patienten wechselte zu der benachbarten Praxis von Lienemann. „Wir können gar keine Patienten mehr aufnehmen“, sagt die Inhaberin. Sie bräuchte weitere Kollegen,um dem Bedarf gerecht zu werden und will ihre Praxis daher vergrößern.

Doch dafür braucht sie einen weiteren Arztsitz, was so etwas wie eine Lizenz für eine Praxis ist. Die Lösung wäre der ehemalige Sitz von Dr. Funke, den der Mediziner vor Jahren aber an den Klinik-Konzern Asklepios abgegeben hatte. Kürzlich wurde der Arztsitz neu ausgeschrieben. Lienemann hat sich zügig darauf beworben und hofft, die dringend benötigte Arztstelle in Osdorf zu erhalten.

Der Haken: Die ehemalige Funke-Lizenz ist vom Asklepios-Konzern nach Langenhorn verlegt worden, Osdorf war sozusagen nur eine „Filiale“. Im laufenden Bewerbungsverfahren ist von der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVH) daher nicht vorzuschreiben, dass der Sitz wieder nach Osdorf kommt. Aber es gibt gute Gründe dafür, wie KVH-Vorsitzender Walter Plassmann durchblicken lässt.

Zum einen hält er eine Sonderzulassung angesichts der Versorgungslage im Osdorfer Born für möglich. Zum anderen könnte die hausärztliche Unterversorgung vor Ort ein Argument für die Verlegung des Arztsitzes sein. Sicher ist das nicht, da über die Neuvergabe des Arztsitzes von einem unabhängigen Zulassungsausschuss entschieden wird.

Jurka Lienemann ist bereit: Für die vergrößerte Praxis würde sie Räume der ehemaligengynäkologischen Praxis nebenan anmieten, ihre Kollegin Andrea Förster würde zur Partnerin und eine weitere Kollegin käme neu ins Team. „Es ist eilig, wir können erst wieder PatientInnen annehmen, wenn wir einen dritten Arztsitz in der Praxis haben“, so Lienemann.

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