Helferin mit grünem Daumen: Seit 2009 kommt Elke Gasch jeden Donnerstag in den Botanischen Garten, um als ehrenamtliche Mitarbeiterin bei der Pflege zu helfen. Die 73-jährige ehemalige Sozialpädagogin hat früher einmal im Gartenbereich eine Ausbildung gemacht. Foto: ML

Maren Langenbach, Flottbek

Ein kleiner Enzian, gigantische Mammutbäume, üppig blühender Phlox in Bonbonfarben – auf den Beeten des Botanischen Gartens sprießen und gedeihen Pflanzen für jeden Geschmack. In diesem Jahr wird der Garten, der sich auf die ehemaligen Wallanlagen am Dammtor und auf ein 24 Hektar großes Freigelände mit Schaugewächshäusern und dem Biozentrum der Universität Hamburg in Klein Flottbek verteilt, 200 Jahre alt.
„Das Jubiläum sollte eigentlich mit besonderen Veranstaltungen gefeiert werden, die pandemiebedingt leider alle abgesagt werden mussten. Ein Bildband über den Garten und seine Historie ist in Arbeit“, weiß Dr. Carsten Schirarend, der seit 1996 den Garten mit angrenzendem Institut als Wissenschaftlicher Leiter führt.
Aber auch ohne Geburtstagsfeier ist der Garten, in dem man in kürzester Zeit pflanzentechnisch von Europa über die Alpen und Asien bis nach Süd- und Nordamerika flanieren kann, einen Ausflug wert. Elke Gasch etwa kommt jeden Donnerstag von Uhlenhorst hierher, und das seit über zwölf Jahren. Nicht nur, um mit einem ausgiebigen Spaziergang die riesige Anlage in ihrer vollen Pracht zu genießen. Die 73-Jährige ist eine von vielen ehrenamtlichen Helferinnen, die die Beete und Pflanzen in Schuss halten.
„Natürlich sind wir Gärtner auch da und kümmern uns um unsere Bereiche. Aber mithilfe unserer Ehrenamtler ist der Pflegezustand sogar noch besser“, betont Gärtnerin und Diplom-Landschaftsarchitektin Maren Wilsdorf, die den Bauerngarten betreut, in dem auch Elke Gasch am liebsten arbeitet.
Gegründet wurde der Botanische Garten 1821 vom Hamburger Botaniker Johann Georg Christian Lehmann in den Wallanlagen am Rande der Innenstadt, dem heutigen Planten und Blomen. Dort stehen heute noch die zum Garten gehörenden Tropengewächshäuser.
1979 wurde in Klein Flottbek der „Neue Botanische Garten“ eröffnet, der 2012 – zu Ehren seiner langjährigen Förderin – in „Loki Schmidt-Garten“ umbenannt wurde. Zusammen mit dem gleichzeitig dort entstandenen Institut für Allgemeine Botanik der Uni Hamburg bildet die Anlage heute den Ausgangspunkt für das „Biozentrum Klein Flottbek und Botanischer Garten“.
Der Garten soll – neben der wissenschaftlichen Forschung – Besuchern Vielfalt, Lebensraum und Verbreitung von Pflanzen in Klimawandel und bei Umweltkatastrophen näherbringen. Jüngster Bereich: Der neu gestaltete Rosengarten für Wild- und historische Rosen, neue Beet-, Strauch- und Kletterrosensorten.

> Botanischer Garten
Ohnhorststraße
ganzjährig 9 Uhr bis
1,5 Stunden vor
Sonnenuntergang
geöffnet, Eintritt frei
www.bghamburg.de

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