So soll der Turm wieder aussehen, wenn er fertig ist - nach derzeitigem Planungsstand im Herbst 2021.Foto: Matthias Kaiser

Ansgarkirche: Gemeinde weiß noch nicht, wie sie die Turmsanierung bezahlen soll

Von Christopher von Savigny. Schon seit Wochen wird fleißig gewerkelt am Turm der Ansgarkirche in der Griegstraße. Doch wie die Tabita-Gemeinde, zur der auch die Kreuzkirche am Hohenzollernring gehört, am Ende die Rechnung bezahlen soll, weiß Pastor Matthias Kaiser noch nicht. „Es wird knapp“, sagt der Kirchenmann, der inständig auf weitere Spenden für die Instandsetzung der 1965 gebauten „Himmelsleiter“ hofft.

Rund 300.000 Euro kostet die Sanierung des Betonturms, den man hinter der großflächig angebrachten Baufolie derzeit nur erahnen kann. Das Problem: Ursprünglich hatte man 90.000 Euro beim zuständigen Kirchenkreis beantragt, doch am Ende wurden nur 58.000 Euro bewilligt. Gut 20.000 Euro sind bisher durch Spenden zusammengekommen – zwar deutlich mehr als die Gemeinde erwartet hat, aber dennoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts der Riesensumme von über 200.000 Euro, die die Tabita-Gemeinde nun selbst tragen muss. Noch mal 20.000 Euro zusätzlich würde die Dachreparatur kosten, die ebenfalls dringend nötig ist. Matthias Kaiser vermutet, dass der Kirchenkreis aufgrund der Pandemie weniger eingenommen hat und nun sparen muss. „Es würde uns immer noch sehr helfen, wenn die Zuwendung später käme, aber dafür etwas großzügiger bemessen wäre“, sagt er.

An einigen Stellen sind bereits Stahlträger zu sehen

An dem von Otto Andersen erbauten Kirchturm nagt nach mittlerweile 56 Jahren der Zahn der Zeit: Der Beton ist bröckelig geworden, an einigen Stellen gucken schon die Stahlträger raus. Auch die (normalerweise) weithin sichtbare Wendeltreppe rostet und braucht dringend eine Frischzellenkur. Alle Metallteile werden sandgestrahlt und konserviert, bevor die Löcher mit neuem Beton verfüllt werden. Die Treppe soll neue Stufen bekommen. Ebenso sollen drei der vier Glockenantriebe repariert werden – künftig wird das Geläut dann etwas leiser klingen.

Monika Rulfs, Sprecherin des Kirchenkreises Hamburg-West/Südholstein, gibt auf Anfrage des Elbe Wochenblatts folgende Auskunft: „Die Fördersummen für die einzelnen Kirchengemeinden richten sich danach, wie viele andere Kirchengemeinden in dem Jahr einen Antrag stellen. Im Fördertopf für das Jahr 2021 sind rund 663.667 Euro. Es gab 18 Anträge, zehn Kirchengemeinden davon bekommen etwas in Aussicht gestellt. Es wird immer darauf geachtet, dass das Geld einigermaßen gleichmäßig verteilt wird; unter anderem richtet sich die Fördersumme auch danach, wie umfangreich das ist, was gemacht werden muss oder soll, und ob es noch andere Fördermöglichkeiten gibt.“

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