„Ich halte das für sehr, sehr bedenklich und bin sehr traurig über die Schließung“, sagt Maria Schönberg. Foto: DJA

Bald macht auch die Zweigstelle in den Luruper Elbgau Passagen dicht – Kunden immer frustrierter

Dirk Andresen, Lurup

Und wieder schlägt der Spar-Hammer in Hamburgs Westen gnadenlos zu. Einschlagsort diesmal: Lurup. Nachdem bereits die Schließungen der Postbank-Filiale in Blankenese und der Haspa-Zweigstelle im Osdorfer Born (Elbe Wochenblatt berichtete) für Empörung bei Kunden, Geschäftsleuten und in der Lokalpolitik sorgte, trifft es diesmal die Haspa-Filiale in den Elbgau Passagen.

Spätestens Anfang 2022 sollen dort die Pforten für immer geschlossen werden. Gerade für die vielen älteren Kunden, die mit Online-Banking nichts anfangen können und teils jahrzehntelang ihre Geldgeschäfte dort erledigten, ein Schlag ins Gesicht. Und: Gerade für die betagten Luruper sind die Wege zu der nächsten Filiale an der Luruper Hauptstraße oder am Eidelstedter Platz häufig beschwerlich.

Maria Schönberg (77), seit mehr als einem Dutzend Jahren Stammkundin der Niederlassung, ist entsetzt: „Ich halte das für sehr, sehr bedenklich und bin sehr traurig über die Schließung. Die nächste Haspa-Filiale in unserer Gegend ist mehrere Busstationen entfernt in Eidelstedt. Das geht doch einfach nicht bei den vielen älteren Menschen, die hier leben.“

Auch Uwe Karstens (69) findet kritische Worte: „Ich bin seit über 45 Jahren bei dieser Filiale, finde das natürlich nicht gut. Aber es ist wohl nicht mehr profitabel genug, wir werden uns wohl alle umstellen müssen.“

Das formuliert Sabine Tengler vom Stadtteilbeirat Luruper Forum deutlich zugespitzter: „Diese geplante Schließung geht gar nicht, die Filiale ist in Lurup unverzichtbar. Es kann doch einfach nicht angehen, dass so eine Entscheidung auf dem Rücken vor allem der vielen älteren Menschen getroffen wird.“

Die Hamburger Sparkasse begründet ihren Sparhammer eher lapidar mit „fehlendem Kundenzulauf“ und der Corona-Krise, die immer mehr Leute zum Online Banking bringe.

Bezirkspolitik macht Druck für den Erhalt der Filiale
Wirbel und Aufregung dagegen auch in der Lokalpolitik: Mit großer Mehrheit wurde jetzt in der Altonaer Bezirksversammlung ein Antrag der SPD für den Erhalt der Zweigstelle verabschiedet. Bezirksamtschefin Stefanie von Berg wurde aufgefordert, mit der Haspa-Führung Gespräche zu führen, um die Filiale zu erhalten – oder alternativ wenigstens ein „Grundangebot an Bankdienstleistungen“ wie einen Geldautomaten zu erhalten.

Bis spätestens Ende Dezember soll sie ausloten, ob andere Lösungen in Frage kommen und darüber der Bezirksversammlung Bericht erstatten. Ute Naujokat, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD in Altona, macht auch unter einem weiteren Aspekt Druck: „Die Haspa-Filiale ist ein großer Kundenmagnet für die gesamten Elbgau Passagen. Eine Schließung mindert die Attraktivität der ganzen Passage und setzt die dort ansässigen Einzelhändler unter weiteren wirtschaftlichen Druck.“

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