Mitglieder von „Elbdeich e.V.“ auf der „Deichkino“-Bühne neben der früheren Pausenhalle: Robert Schroeter (Kassenwart und stets mit Hut), Karen Müller, Katharina Aulbach und Stefan Rathjen (v.l.). Foto: wit

Wolfgang Wittenburg, Süderelbe. Dass die Gebäude der ehemaligen Grundschule Moorburg nach deren Ende nicht verwaist sind, ist allein der spontanen Idee einiger weniger Moorburger zu verdanken: Man wollte dort etwas fürs Dorf tun und eine Kulturbewegung für mehr Lebensqualität entwickeln. Und so wurde vor 13 Jahren „Im Wasserturm“  „Elbdeich e.V.“ gegründet.
In der Pausenhalle der alten Grundschule befindet sich die Indoor-Bühne des Vereins. Die früheren Klassenräume sind von „Elbdeich“ als Ateliers vermietet. Neben einer Yoga-Schule sind eine Kunstwerkstatt, eine Druckerei und das Märchen-Puppentheater eines Moorburger Ehepaares hier ansässig.
Heute zählt der Verein 107 Mitglieder, zu denen auch Karen Müller gehört: „Ich wollte helfen, etwas in Moorburg auf die Beine zu stellen. Damals war ich von Ottensen zugezogen, wollte Leute kennenlernen und Anschluss finden. Im Laufe der Zeit sind wir solide geworden und gewachsen, und das gefällt mir.“
Für den Jahresbeitrag von 60 Euro (ermäßigt 30 Euro bei sechs Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit) gibt‘s viele regelmäßige Aktivitäten. Ungewöhnliche Eigenart: Vom Workshop mit einigen Teilnehmern bis zum „Deichkino“ mit 30 bis 70 Gästen ist alles kostenlos. Wer mag, darf gern in den Hut spenden.
Ungezwungen und locker geht es zu. Besprechungen und Planungen finden oft open air am Holztisch zwischen Pausenhalle und Sandspielfläche statt – in dem Bereich steht auch eine Außenbühne. Robert Schroeter, Kassenwart und ewiger Hutträger, sagt: „Wir haben mit unserer Band ,Braszta‘ ein Atelier als Probenraum gemietet, und deshalb bin ich bin Mitglied bei Elbdeich. Über die Jahre sind wir eine große Familie geworden. Wir machen, was wir können und sehen, was dabei herauskommt. Es gibt viele kreative Menschen und wir freuen uns, wenn neue Aktive dazu kommen.“
Elbdeich bietet immer wieder Neues. Anfang August fand erstmals ein Schweißerworkshop für Kinder statt. Dazu kam der Hamburger Metallbildhauer Johannes Koch mit seiner mobilen Werkstatt auf einem Pkw-Anhänger zu Besuch und brachte zwölf Kindern aus Moorburg in acht Stunden die Grundlagen der Metallbearbeitung mit sägen, bohren, biegen, schweißen und löten bei.
Einmal im Jahr veranstaltet der Verein auch das „SWAMP!-Festival“. Die Besonderheit hierbei: Der Strom für die Bühne wird aus Sonnenenergie erzeugt.

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