Das Wilhelmsburger Beraterteam der SPSH: Miriam Block, Christian Schultz, Jannis Alberts, Tatjana Witzgall, Renate Schumak, Heike Frederking, Tabea Bernges (v. l.). Foto: cvs

Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg. Wer einmal arbeitslos geworden ist und es auch in der Folge nicht schafft, beruflich wieder Fuß zu fassen, gerät leicht in eine Abwärtsspirale: Das Selbstbewusstsein sinkt, psychische und gesundheitliche Probleme (Einsamkeit, Suchtgefahr) nehmen zu – ganz zu schweigen von den Schwierigkeiten, das Geld für den eigenen Lebensunterhalt oder die Miete aufzubringen.
Seit über 30 Jahren kümmert sich die Beratungsstelle der Solidarischen Psychosozialen Hilfe (SPSH) im Schanzenviertel um die Sorgen und Nöte von Hamburgs (Langzeit-)Arbeitslosen. Nun hat im Wilhelmsburger Lunacenter, Wilhelm-Strauß-Weg, eine zweite Filiale ihre Pforten geöffnet. Angeboten werden sowohl kurzfristige (Einmal-)Beratungen als auch längerfristige Lebensbegleitungen.
„Die Situation der Erwerbslosigkeit bringt gesundheitliche und psychische Risiken mit sich, ob die Menschen nun schon lange oder erst kürzlich, wie jetzt unter anderem durch die Coronakrise, auf staatliche Hilfe angewiesen sind“, erklärt Psychologin und Beraterin Renate Schumak. „Zukunftsängste, finanzielle Sorgen, teils erzwungener Rückzug aus sozialen Zusammenhängen, Ohnmachtsgefühle, all dies kann das Selbstwertgefühl und die psychische Gesundheit ankratzen. Die Beratung in der SPSH kann helfen, die eigene Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen.“
Hauptzielgruppe sind Arbeitslosengeld-II-Empfänger. Hilfesuchende können sich entweder telefonisch anmelden oder einmal wöchentlich persönlich vorbeikommen. Sämtliche Angebote sind kostenlos. Laut Auskunft der SPSH hat die Geschäftsstelle in der Schanze rund 80 Klienten pro Monat, die gesellschaftliche Spanne reicht vom ungelernten Arbeiter bis hin zum Akademiker. Auch altersmäßig gibt es eine große Bandbreite – sie reicht von Mitte 20 bis zum Rentenalter. Die SPSH wird von der Sozialbehörde unterstützt.
Die längerfristigen Beratungsangebote laufen jeweils über einen Zeitraum von acht Monaten und können bei Bedarf verlängert werden. In Nicht-Corona-Zeiten stehen darüber hinaus Gesprächsgruppen auf dem Terminkalender. Zurzeit müssen Besucher einen gültigen negativen Coronatest oder einen Impfnachweis mitbringen. Ebenso Pflicht ist eine medizinische Atemmaske.

Solidarische Psychosoziale Hilfe
Adresse: Lunacenter, Wilhelm-Strauß-Weg 2b
(Aufgang „Ärzte“)
Infos und Anmeldung:
Tel 040 – 430 22 70 (mo/di/do 10-12 Uhr, mi 14-16 Uhr)
Offene Sprechstunde: di 15-17 Uhr
www.spsh.de

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