Derzeit wird das Eidelstedter Bürgerhaus modernisiert und zum Stadtteilkulturzentrum vergrößert. Der umstrittene Name „steeedt“ wird bereits groß am Bauzaun plakatiert. Foto: rs

Bei einer Umfrage des Bürgervereins lehnen rund 80 Prozent der Befragten den vorgesehenen Namen für das Stadtteilkulturzentrum ab

Reinhard Schwarz/Olaf Zimmermann, Eidelstedt

Neue Runde im Streit um die Umbenennung des Eidelstedter Bürgerhauses. Der

Eidelstedts Bürgervereinsvorsitzende Ursula Kleinfeld stellte eine Befragung zur Namensfindung für das Stadtteilkulturzentrum vor. Foto: rs

Bürgerverein Eidelstedt mit seiner Vorsitzenden Ursula Kleinfeld hat jetzt das nachgeholt, was bisher versäumt wurde: die Bürger bei der Namenssuche für das künftige Stadtteilkulturzentrum zu Wort kommen zu lassen. Das wenig überraschende Ergebnis: Der bei der Grundsteinlegung im März präsentierte Name „steeedt“ ist durchgefallen.

Auch wenn die Umfrage nicht repräsentativ ist, so fällt die Tendenz doch eindeutig aus: 89,4 Prozent der Befragten, die einen Fragebogen ausgefüllt haben, gefällt der neue Name „steeedt“ nicht. Lediglich 2,1 Prozent halten ihn für „sehr gut“.
Eine Befragung im Internet mit 107 Beteiligten erbrachte ähnliche Ergebnisse: 78,5 Prozent lehnen den vorgesehenen Namen ab. 8,4 Prozent halten ihn für „sehr gut“.

Bürgerverein will sich an die Politik wenden

Fast 80 Prozent der Teilnehmer kritisieren, dass die Bürger nicht an der Namensfindung beteiligt wurden. Jeder fünfte findet das Verfahren in Ordnung.

Eine überdeutliche Mehrheit, 86 Prozent, fordert, die ganze Namensfindung für das Bürgerhaus noch einmal komplett neu durchzuführen – mit Beteiligung der Bürger.

Holger Börgartz (Eidelstedter KulturContainer/Bürgerhaus) verweist darauf, dass es am 11. August eine öffentliche digitale Gesprächsrunde zum Thema „steeedt“ gegeben habe – die Bürger also beteiligt wurden. Irgendeinen Einfluss hatte diese Veranstaltung nicht, konnte sie auch nicht haben. Denn, so Holger Börgartz in einer Stellungnahme: „Der Prozess zur Entwicklung eines Namens und Corporate Designs für das neue Haus wurde bereits Anfang Oktober 2020 abgeschlossen.“

Für das Bezirksamt Eimsbüttel sagt Sprecher Kay Becker, dass es keine festen Regeln darüber gebe, wie so eine Namensfindung durchgeführt werden muss: „In diesem Fall ist die Namensfindung unserer Einschätzung nach sehr nachvollziehbar und professionell durchgeführt worden: Die Einrichtungen als künftige Nutzer des Hauses hatten den Wunsch einer Namensänderung. Aus Sicht des Bezirksamtes ist dieser Weg genauso legitim, wie zum Beispiel auf dem Wege einer Bürgerbeteiligung zu einer neuen Namensfindung zu kommen.“

Wie geht‘s jetzt weiter? „Der Bürgerverein wird die Ergebnisse unserer Umfrage an die Abgeordneten des Regionalausschusses und an unseren Regionalbeauftragten Dr. Michael Freitag übermitteln“, erklärt Bürgervereinsvorsitzende Ursula Kleinfeld. „Wir wollen bitten, das Verfahren auf Null zu setzen und in einen Dialog mit den Bewohnern des Stadtteils zu treten.“

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