Das auf der Brachfläche geplante Geschäftshaus soll drei Vollgeschosse, Souterrain und eine Tiefgarage umfassen. Foto: pr

Anwohner der Auguste-Baur-Straße gründen Bürgerinitiative und wollen Pläne von Investor Oliver Quint stoppen

Dirk Andresen, Blankenese

Insbesondere für die Auguste-Baur-Straße erwarten Kritiker des Bauprojekts einen Verkehrszuwachs und dramatischen Parkplatzmangel. Foto: pr

Wieder rumort es im vornehmen Blankenese: Der Ärger vieler Bürger dort über die Schließung der Postbank-Filiale in der Blankeneser Bahnhofstraße (das Elbe Wochenblatt berichtete) ist gerade ein bisschen abgeebbt, da spaltet ein neuer Zoff die Bevölkerung im noblen Elbvorort. Doch diesmal geht es nicht um den Abgang eines Dienstleisters, sondern den geplant Zugang eines Discounters.

 

Der Grundeigentümer und Investor Oliver Quint will auf der bisherigen Brachfläche zwischen der Blankeneser Bahnhofstraße und der Auguste-Baur-Straße ein Geschäftshaus mit drei Vollgeschossen, Untergeschoss und Tiefgarage (38 Stellplätze) bauen.
Der Streit um das Projekt entzündete sich an dem von Quint geplanten Einzug einer Aldi-Filiale mit 1.000 Quadratmetern im Untergeschoss der Anlage. Anwohner in der Auguste-Baur-Straße befürchten durch den zu erwartenden Kunden- und Lieferanten-Zustrom ein drastisch erhöhtes Verkehrsaufkommen rund um das Gelände und einen dramatischen Parkplatzmangel — speziell in der Auguste-Baur-Straße.

Zahlen „völlig übertrieben“?

Eckhard Popp, Sprecher einer Bürgerinitiative, die sich gegen den Quint-Plan formierte: „Zu rechnen ist bei einem solchen Szenario mit zusätzlich mindestens einer halben Millionen Autos pro Jahr in den umliegenden Straßen. Das bedeutet nicht nur mehr Lärm und viel zu wenig Parkplätze, sondern auch zusätzliche Belastungen für die Umwelt und das Klima.“ Zu befürchten seien zudem Wildparker, Hupkonzerte und Staus im Zentrum Blankeneses.

Oliver Dietzmann, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Blankeneser Geschäftsleute e.V., hält dagegen: „Ich weiß nicht, wo Herr Popp seine Zahlen her hat, ich halte diese Berechnung für völlig übertrieben.“ Der Bauausschuss des Bezirksamtes Altona, der für die von Quint gestellten Bauanträge zuständig ist, hat nach Popps Informationen die Pläne für eine Aldi-Filiale und die Tiefgarage bereits durchgewunken.

Wir legen Einspruch gegen den Bescheid des Bauausschusses ein und werden zur Not mit allen rechtlichen Mitteln gegen das Projekt vorgehen

Eckhard Popp,
Sprecher der Bürgerinitiative

Das Bezirksamt indes hält sich noch bedeckt. Pressesprecher Mike Schlink: „Dem Bezirksamt liegt ein Bauantrag für die Belegenheit Blankeneser Bahnhofstraße vor, der sich aktuell in der Prüfung befindet. Da der Bauantrag zum aktuellen Zeitpunkt nicht öffentlich ist, können wir keine Details zu den Planungen nennen.“

Popp und seine Mitstreiter, die ein „völlig überdimensioniertes Bauvorhaben“ anprangern, ziehen indes jetzt auch alle juristischen Register, beauftragten die auf Baurecht spezialisierte Kanzlei Oberthür & Partner mit der Wahrnehmung ihrer Interessen. Eckhard Popp: „Wir legen Einspruch gegen den Bescheid des Bauausschusses ein und werden zur Not mit allen rechtlichen Mitteln gegen das Projekt vorgehen.“

 

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