Zirka 2026 soill Halle 36 vollständig begrünt sein. Visualisierung: L+ Landschaftsarchitekten

DESY begrünt ein Experimentiergebäude, Stadt fördert mit 410.000 Euro

Gaby Pöpleu, Bahrenfeld

Das Deutsche Elektronen Synchroton DESY und die Stadt Hamburg haben gemeinsam ein großes Grünprojekt gestartet: Eine große Halle von Deutschlands größtem Teilchenbeschreuniger wird begrünt. Rund 4.600 Quadratmeter Fassaden- und Dachfläche der DESY-Experimentierhalle 36 bekommen ein „grünes Kleid“ aus 25.000 Gräsern, Stauden und Klettergehölzen.

Der große Klotz soll unter einem grünen „Kleid“ verschwinden und dadurch das Klima verbessern. Foto: L+ Landschaftsarchitekten

Waldrebe, Kiwi, Blauregen – die grüne Fassade soll auch Obst und Blüten tragen. Hamburg unterstützt das DESY-Vorhaben mit 410.000 Euro, DESY steuert ebensoviel bei. Umweltsenator Jens Kerstan wünscht sich, „dass möglichst viele Gebäudeeigentümer der Idee folgen mögen und ihre Dächer oder Wände wie diese begrünen.“ Auch private Gebäudeeigentümer können in den Genuss stadtischer Zuschüsse zur Begrünung kommen. Bis zu 40 Prozent der Kosten, höchstens 100.000 Euro Förderung sind möglich.

DESY will insgesamt nachhaltiger wirtschaften. Die Pflanzaktion soll Teil eines Maßnahmenpaketes sein: Bei DESY werden Materialien für die Kreislaufwirtschaft erforscht und in den Forschungseinrichtungen „nachwachsende“ Energie genutzt. In den nächsten Jahren soll auch das Regenwasser effizienter genutzt und weitere Dächer und Fassaden begrünt werden. Pflanzen sollen möglichst viel Regenwasser zurückhalten, aufnehmen und verdunsten, und nur ein Rest wird abgeleitet und in Teichen aufgefangen. um damit zum Beispiel bei bedarf die Fassaden zu bewässern.

Nicht ganz so euphorisch wie der grüne Umweltsenator begrüßt die CDU die Pflanzaktion: Ihr umweltpolitischer Sprecher Sandro Kappe geht das Engagement der Stadt nicht weit genug: Sie solle lieber mit gutem Beispiel vorangehen. „Dies ist in Hamburg leider nicht der Fall: Hier wurden nur 42 von 1.018 Immobilien der Stadt mit einer Grünbedachung ausgerüstet“, hat Bürgerschaftsmitglied Kappe in einer Kleinen Anfrage an den Senat ermitteln lassen, „Schulbau Hamburg kann nicht einmal angeben, warum Schulgebäude bisher nicht begrünt werden.“

Außerdem sei das Förderprogramm für private Dachbegrüner nicht bekannt genug Die bisher vorgesehenen Fördermittel in Höhe von drei Millionen Euro bis 2024 reichten nicht aus.

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