Beim ersten Heimspiel der Saison 2021/22 gegen Dresden durften 17.100 Besucher ins Volksparkstadion. Foto: oz

Geimpft, getestet, genesen? Beim Heimspiel gegen Dresden
wurden über 2.500 Zuschauer nicht kontrolliert

Beim Saisonauftakt des HSV vor heimischer Kulisse gegen Dynamo Dresden wurde massiv gegen Corona-Auflagen verstoßen. Mindestens 2.500 der zugelassenen 17.100 Fans konnten die Zweitligapartie verfolgen, ohne zuvor nach Impfausweis, Genesenennachweis oder Schnelltest gefragt worden zu sein. Nach Angaben des Vereins wurden nur 80 bis 85 Prozent der Zuschauer kontrolliert.
Mit Konsequenzen von Seiten des zuständigen Gesundheitsamts Altona hat der HSV nicht zu rechnen. Man habe direkt nach dem Spiel gemeinsam besprochen, an welchen Stellen die Kontrollen weiter zu optimieren sind, teilte Monia Meier (Pressestelle Bezirksamt Altona) mit.
Hintergrund: Laut aktueller Eindämmungsverordnung sind in Hamburg bei Veranstaltungen im Freien mit festen Sitzplätzen 500 Besucher erlaubt. Ausnahmeregeln ermöglichen dem HSV und dem FC St. Pauli deutlich höhere Zuschauerzahlen. Zum Hygienekonzept gehört sowohl im Volksparkstadion als auch am Millerntor, dass nur geimpften, genesenen oder getesteten Besuchern Einlass gewährt wird.
„Eine vollständige Kontrolle soll erreicht werden“, bestätigt Monia Meier. Das hat auch geklappt – beim Heimspielauftakt des FC St. Pauli gegen Holstein Kiel. Nach Auskunft des zuständigen Bezirksamts Mitte wurden alle 9.500 Besucher kontrolliert. „Es hat keine Beanstandung bezüglich der Einhaltung der infektionsrechtlichen Auflagen gegeben“, sagte Sorina Weiland, Sprecherin des Bezirksamts Mitte.
Was ging beim HSV schief? Zwei Dinge:
– Es gab zu wenig Mitarbeiter, die die Kontrollen durchführten. Die Unterstützung durch 25 mobile Teams, die bereits vor dem Stadion Kontrollen durchführten, reichte nicht.
– Der Versuch, den Besucherstrom mit Hilfe unterschiedlicher Einlasszeiten aufzuteilen, scheiterte. Viele Fans verstanden den auf den Tickets angegebenen Einlass-Slot offenbar als unverbindlichen Hinweis. Vor allen Eingängen bildeten sich lange Schlangen. Die Fans standen dicht an dicht, meist ohne Maske. Als der Anpfiff immer näher rückte, wurden, um Zeit zu sparen, nur noch die personalisierten Eintrittskarten kontrolliert.
Um eine Wiederholung der Pannen zu verhindern, hat das Bezirksamt Altona dem HSV auferlegt, künftig am Einlass mehr Personal einzusetzen. Außerdem sollen vorgegebene Einlasszeiten besser kommuniziert und „konsequent gehandhabt werden“.
Ein HSV-Sprecher verwies angesichts der festgestellten Mängel darauf, dass dies das erste Spiel unter solchen Rahmenbedingungen gewesen sei und die Abläufe ständig weiter verbessert würden.

3 KOMMENTARE

  1. Viele Fans verstanden den auf den Tickets angegebenen Einlass-Slot offenbar als unverbindlichen Hinweis.

    Dazu: Auf der Website vom HSV, steht deutlich geschrieben, das die Einlasszeiten EMPFOHLEN sind, nicht verbindlich.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here