Es wird gebaut im Bahnhof Sternschanze, doch auf dem Vorplatz tut sich nichts. Foto: ms

Bahnhofsvorplatz Sternschanze: Keine neuen Konzepte in Sicht

Von Mateo Schneider. Er ist zentraler Treffpunkt für Einheimische und Auswärtige. Er ist sozialer Brennpunkt. Er ist bevorzugter Ort, um zu sehen und gesehen zu werden. Er ist einem immensen Veränderungsdruck ausgesetzt. Der Bahnhofsvorplatz Sternschanze ist alles andere, aber nie langweilig.

Auf frisches Obst und Gemüse und frisch gepresste Säfte muss hier, wo täglich viele Tausende vorbeikommen, fortan verzichtet werden. Nach beinahe einem Vierteljahrhundert schließt Mustafa Zeybek seinen Verkaufsstand. Mürbe geworden durch ein am 31. März ausgelaufenes Sondernutzungsrecht und immer noch nicht erhaltene Corona-Hilfsgelder, die es ihm unmöglich machten, 4.000 Euro Mietrückstände abzuzahlen. „Außerdem sind wegen Corona und dem Umfeld auf dem Bahnhofsvorlatz immer weniger Menschen hier vorbeigekommen“, so Zeybek. „Mit dem Verkauf kann ich meine Familie nicht mehr ernähren. Vielleicht werde ich Busfahrer.“

Seit 2018 tut sich nichts am Kiosk

Das „Umfeld“ ist seit Jahren wesentlich geprägt durch Drogenhandel und diverse „Säuferszenen“. Der vor dem Vereinshaus des SC Sternschanze stehende Kiosk hatte zu Zeiten seines Betriebs – zuletzt durch die „Cafetanten“ – eine positive Wirkung.

Schon 2018 hatte der SC Sternschanze schriftlich erklärt, den ihm überlassenen Kiosk an die Stadt zurückgeben zu wollen. Das ursprüngliche Konzept hatte sich aufgrund mangelnder Beteiligung aus dem Schanzenviertel nicht verwirklichen lassen. „Eine Mitteilung über eine Rückgabe an des Bezirksamt wurde angekündigt/mitgeteilt, ist aber noch nicht vollzogen“, so Mike Schlink, Pressesprecher des Bezirks Altona zum derzeitigen Sachstand. Heißt: Von Seiten des Bezirks noch nicht vollzogen.

Und seitdem die Deutsche Bahn angekündigt hat, die 1903 errichte Bahnbrücke über die Schanzenstraße im Sommer 2024 durch eine neue ersetzen zu wollen, ist der Bahnhofsvorplatz erneut in den Fokus gerückt. „Das Finden der Baustelleneinrichtungsfläche stellt aktuell die größte Herausforderung dar“, erklärte jüngst die Projektleiterin der Deutsche Bahn während einer Sitzung des Stadtteilbeirats. Zur Wahl stehen neben dem hinteren Wendehammer in der Straße Sternschanze, einem Teil des Geländes der Eisenbahnbundesamt-Außenstelle, dem Parkplatz bei der Ratsherrn-Brauerei und dem Parkplatz Messehallen auch der Bahnhofsvorplatz.

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