Die Asphaltdecke der A255 muss jetzt dringend saniert werden, damit es nicht plötzlich zu unkontrollierten Schäden kommt. Foto: AdB, Niederlassung Nord

Die Sanierung der A255 sowie gleichzeitige Bauarbeiten an
zahlreichen Hauptstraßen und die Sperrung der Kattwykbrücke
sorgen seit Wochen für lange Staus

Die Sanierung der A255, der so genannte Abzweig Veddel, eine der Hauptschlagadern der Stadt, hat den Verkehr teilweise zum Erliegen gebracht. Wer mit dem Auto aus dem Hamburger Süden in Richtung Zentrum fahren möchte, muss viel Zeit mitbringen. Strecken, die an guten Tagen in einer Viertelstunde zurückgelegt werden, dauerten Mitte Juli nicht selten eineinhalb Stunden, inzwischen mit etwas Glück „nur“ noch 60 Minuten. Hamburgs CDU-Fraktionschef Dennis Thering spricht von einem „grün-roten Verkehrsinfarkt mit Ansage.“ Die Verkehrsbehörde verweist darauf, dass für Autobahnen der Bund zuständig sei.

Was ist die Ursache der Staus? Bei der A255 wird die insbesondere im nördlichen Teil massiv geschädigte Fahrbahn saniert. Dies erledigt bis in den September die Autobahn GmbH Niederlassung Nord, die auch den Abschnitt zwischen Ende der A255 und den Elbbrücken übernommen hat.
Diese Arbeiten mussten jetzt in Angriff genommen werden, weil demnächst die alte Freihafen-Elbbrücke in vier jähriger Bauzeit erneuert werden soll. „Bevor wir an die Freihafen-Elbbrücke rangehen, müssen wir die A255 sicher haben“, hatte Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) bei Radio Hamburg erklärt.
Parallel mit den Bauarbeiten auf der A255 wird allerdings auch auf der A7, der Stader Straße, der Neuländer Straße, und der Winsener Straße saniert. Inzwischen ist außerdem die Kattwykbrücke gesperrt.

Wurden die Arbeiten aufeinander abgestimmt? „Wenn man neben der A255 auch alle vorhanden Ausweichrouten gleichzeitig mit Baumaßnahmen belegt, ist das planerischer Vorsatz und hat mit vernünftiger Verkehrspolitik und Staukoordination nichts zu tun“, sagt Dennis Thering. „Fest steht: Eine Koordination von Baustellen findet in Hamburg weiterhin nicht statt.“
Zum gleichen Schluss kommt das Harburger Handwerk in einem Brandbrief an die Bezirkspolitik: „Was wir scharf kritisieren, ist die Nicht-Kommunikation, die Nicht-Koordination der Baustellentätigkeit. Dieses Problem hätte eigentlich durch die Schaffung bezirklicher Baustellenkoordinatoren gelöst werden sollen, heißt es weiter. Davon aber sei in der aktuellen Situation nichts zu spüren.“

Das sagt die Verkehrsbehörde
Wurden Absprachen wegen der aktuellen Baumaßnahmen an Neuländer Straße, Stader Straße, Winsener Straße, Sperrung Kattwykbrücke, Sanierung A255 getroffen?
„Auch die Baumaßnahmen in und um Harburg wurden zwischen Bezirk, LSBG, Autobahn GmbH und Verkehrsdirektion der Polizei besprochen und abgestimmt. So muss etwa die Neuländer Straße fertiggestellt und voll leistungsfähig sein, bevor es zu den Maßnahmen am Doppelknoten und am ZOB in Harburg kommt, um die Verkehre abzuwickeln. Eine Sperrung im Zuge der Sanierungsarbeiten an der Kattwykbrücke wurden nach Rücksprache mit der zuständigen Hamburg Port Authority zeitlich verschoben, um die Strecke zu entlasten“, sagt Dennis Krämer, Sprecher der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende.
„Für alle Maßnahmen im Hamburger Süden ist die geplante Sanierung der Freihafenbrücke ein ausschlaggebender Meilenstein im Koordinierungskalender, da die drei Achsen nicht zeitgleich gesperrt werden können bzw. die Umleitungsverkehre aufnehmen müssen. Daher wurde nach jetzigem Stand abgewogen, ob die Maßnahmen noch vorher stattfinden müssen oder auf einen Zeitraum nach der Freihafenelbbrücke verschoben werden können. Dies hätte nach jetzigem Planungsstand ca. 2025 bedeutet. Das war aufgrund der dringenden Sanierungsbedarfe aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht darstellbar.“

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