Ende Juni sollte, so hatte das Erzbistum zugesagt, der Vertrag mit dem neuen Groß-Sand-Betreiber unterschrieben sein. Jetzt ist eine Entscheidung für Anfang August angekündigt.Foto: groß-sand

Olaf Zimmermann, Wilhelmsburg. Die Hängepartie nähert sich ihrem Ende. Anfang August will das Erzbistum einen neuen Träger für die Stadtteilklinik Groß-Sand vorstellen. Nachdem das Erzbistum überraschend verkündet hatte, 35 Millionen Euro an Pensionslasten zu übernehmen, wurde das Bieterverfahren wieder neu eröffnet.
„Das stärkt die Chance einer Übernahme durch eine Trägerschaft, die am Gemeinwohl orientiert ist“, kommentierte die Bürgerschaftsabgeordnete Gudrun Schittek, Gesundheitsexpertin der Grünen. „Nicht Gewinnmaximierung kann das Ziel sein, sondern eine gute allgemeinmedizinische Versorgung im Stadtteil.“
Claudia Loss, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion in der Bürgerschaft, sagte: „Interessenten, die schon abgesprungen waren, sind wieder im Spiel. Es gibt nunmehr eine Chance dafür, dass Groß-Sand nicht an einen privaten Träger veräußert wird. Das wäre für den Stadtteil ein gutes Signal.“
Auch für den Verein Zukunft Elbinsel „steigen die Chancen für einen Erhalt des Hauses als Grund-und Regelversorger für den wachsenden Stadtteil Wilhelmsburg, sowie die Notfallversorgung auch für die umliegenden Betriebe und den ganzen Hamburger Süden.“
Was erwarten Sie jetzt von der Stadt? Claudia Loss (SPD) sagt: „Die Stadt hat auf die Entscheidung des Erzbistums keine Einflussmöglichkeit. Gudrun Schittek (Grüne) erwartet, dass einem am Gemeinwohl orientierten Träger Krankenhausinvestitionsmittel zur Verfügung gestellt werden.
Außerdem plädiert sie für eine Übernahme von Groß-Sand durch das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE). „Das wäre ein Vorbild für eine Kommunalisierung von Krankenhäusern auch für andere Regionen in Deutschland und könnte ein Leuchtturmprojekt für Forschung und Lehre sein, das über die Landesgrenzen hinaus beachtet würde.“
„Für uns in Wilhelmsburg ist die Sache klar“, sagt der Wilhelmsburger SPD-Bundestagsabgeordnete Metin Hakverdi, „wir wollen, dass Groß Sand bleibt, mit allen Leistungen, die zu einem Krankenhaus dazugehören.“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here