Nicht zu übersehen: Der letzte Mieter, der in der Methfesselstraße 80 wohnt, wehrt sich gegen den Abriss. Foto: pr

Teilerfolg: Letzter verbliebener Mieter darf vorerst bleiben

Von Dirk Andresen. Es ist schon ein verdammt trauriges Bild, das sich einem in der Eimsbütteler Methfesselstraße 80 bietet: Die Fassade des 1889 gebauten Hauses verfällt, leere Fenster gähnen den Betrachter gegenüber des Else-Rauch-Platzes an. Die Wohnungen stehen leer – bis auf eine im ersten Stock. Und dort regt sich Widerstand. Markus Kienast, der letzte verbliebene Mieter, wehrt sich vehement gegen den von den Eigentümern geplanten Abriss. „Häuser sanieren statt abreißen“, steht in knallbunten Buchstaben auf einem riesigen Banner vor der Fassade.

Doch nach einer Wirtschaftlichkeitsprüfung hieß es plötzlich, das Haus werde abgerissen und neu gebaut. Die Mieter wurden abgefunden – bis auf Kienast, der sich nicht aus seiner Wohnung kaufen ließ. Seitdem kämpft er mit eigener Website (www.rettetdiemethfesselstrasse80.de) und Unterstützung der Eimsbütteler Linken um sein Zuhause.

Mickey Kleinert von den Linken in der Bezirksversammlung greift die Politik des Bezirksamtes in dem Fall scharf an. Dieses sei nur „sehr langsam und nicht mit allen rechtlichen Mitteln“ tätig geworden. Stattdessen würden so weiteren Spekulationen mit Wohnungen in Eimsbüttel „ermöglicht uns gefördert“.

Gegen diese schweren Vorwürfe wehrt sich jetzt das Bezirksamt mit einer Erklärung, die Pressesprecher Kay Becker gegenüber dem Elbe Wochenblatt abgab: „Eine kurzfristige Entscheidung des Wohnraumschutzes über die Bewohn- oder Unbewohnbarkeit des Gebäudes ist hier nicht sinnvoll. Das Bezirksamt hat angeordnet, innerhalb der nächsten fünf Monate die Standsicherheit der Holzkonstruktionen sowie der Wände mit Rissbildungen zu prüfen. Nach fachlicher Einschätzung ist eine sofortige Evakuierung der Bewohner aus dem 1. Obergeschoss nicht erforderlich.“

Ein erster kleiner Erfolg für Markus Kienast, den die Hausbesitzer in den letzten Monaten mit fast allen Mitteln möglichst schnell aus seinem Zuhause zu vertreiben versuchten. Ebenfalls ein Plus für Kienast: Inzwischen beantragten die Linken, dass Haus aus dem vorvorigen Jahrhundert unter Denkmalschutz stellen zu lassen. Sie werden dabei auch vom Hamburger Denkmalverein unterstützt.

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