Möglicher Standort: Das in den 1950er Jahren wieder aufgebaute Gemeindehaus der Immanuelkirche (re.) ist zwar schön anzusehen, aber mittlerweile zu klein geworden. Foto: Klaus Lübke

Ch. v. Savigny, VEDDEL. Ein Stadtteilzentrum? Ginge es nach den Veddelern, könnte der Bau eines solchen Projekts wohl am liebsten gleich morgen starten. Vieles ist im Umbruch und braucht mehr Platz: Die Bücherhalle der Veddeler möchte umziehen, der Seniorentreff ebenso. Auch die Poliklinik hat Erweiterungsbedarf angekündigt.
Vorbild für die Veddeler ist die 2016 eröffnete „Horner Freiheit“ im Stadtteil Horn: Das für rund sechs Millionen Euro gebaute „Stadtteilhaus“ vereint unter seinem Dach eine große Anzahl an Vereinen und Initiativen, auch der Kirchenkreis Hamburg Ost ist vertreten. „Was wir brauchen, ist eine gewisse Anzahl an Quadratmetern, um auch größeren Veranstaltungen wie etwa Taufen, Hochzeiten und Familienfeiern einen Raum geben zu können“, sagt der Veddeler SPD-Politiker Klaus Lübke.
Mit der Planung befasst sich auch der Bezirk Mitte, der im letzten Jahr die PR-Firma „Superurban“ als Ideenschmiede in Sachen Stadtteilzentrum engagiert hatte. Im September 2020 startete der Beteiligungsprozess, bei dem auch Anwohner, soziale Einrichtungen, Schulen und Sportvereine zu Wort kommen sollen. Ziel ist es (laut Internetseite von „Superurban“), „gemeinsame Handlungsempfehlungen für die zukünftige Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) auf der Veddel zu formulieren.“ Das vom Bund mitfinanzierte RISE-Programm – ein auf mehrere Jahre angelegtes Förderprojekt für sozial benachteiligte Stadtteile – ist ebenfalls im letzten Herbst an den Start gegangen und könnte dem Projekt „Stadtteilzentrum“ ordentlich Schwung verleihen.
Anschubfinanzierung 400.000 Euro
Als möglicher Standort wird die Immanuelkirche genannt: Das dortige Gemeindehaus bietet mit rund 150 bis 200 Quadratmetern Fläche schon lange nicht mehr genug Platz für größere Veranstaltungen. Zudem steht der Kirchenkreis Hamburg Ost unter Spardruck und möchte das Gebäude loswerden. „Wichtig für den Stadtteil finde ich, dass man Begegnungsräume schafft, in denen die Bewohner zusammengeführt werden. Mit – unter anderem – dem Café Nova, dem Verein Veddel Aktiv und der muslimischen Gemeinde gibt es solche Orte zwar schon, doch es fehlen die Querverbindungen. In gewisser Weise ähnelt die Veddel einem Dorf – trotzdem ist es leider nicht so, dass hier jeder jeden kennt!“, sagt Henrike Wehrkamp, Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Bezirksversammlung und Bewohnerin der Veddel.
Laut Bezirksamt beinhaltet das Veddeler RISE-Programm eine Anschubfinanzierung von rund 400.000 Euro. Wie bei RISE üblich, wird ein Stadtteilbeirat gegründet, der das Projekt mit guten Ideen und profundem Sachverstand begleiten soll. Da es auf der Veddel bereits einen Beirat gibt, wird dieser – voraussichtlich nach der Sommerpause – neu besetzt.
„Wir möchten alle Anwohner ermutigen, sich für dieses wichtige Projekt zu bewerben“, sagt Sorina Weiland, Sprecherin des Bezirksamts Mitte.

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