Wenn Pflanzenschutzmittel wie hier bis zu den wasserführenden Gräben (vorn) gespritzt werden, sterben die Amphibien am Wasser. Foto: pr

WILHELMSBURG. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) schlägt Alarm: Sowohl die Kiebitze als auch die Störche könnten auf der Elbinsel bald aussterben.
Noch vor wenigen Jahren brüteten bis zu 20 Kiebitzpaare im Wilhelmsburger Osten. In diesem Jahr waren es noch fünf. Zwei Nester seien untergepflügt. worden. „Hierzu laufen polizeiliche Ermittlungen“, sagt BUND-Sprecher Paul Schmidt. Zwei weitere seien vermutlich von Nesträubern wie Marderhund oder Fuchs geplündert worden, sodass letztlich nur ein Kiebitzpaar erfolgreich Nachwuchs habe großziehen können.

Naturschützer haben dieses tote Kiebitzküken gefunden. Foto: pr

Auch dem letzten Storchenpaar ginge es schlecht, berichtet der ehemalige BUND-Landesvorsitzende Harald Köpke. Ursache sei der dramatische Rückgang der Amphibienbestände, Hauptnahrungsmittel der Vögel. Wo vor einigen Jahren noch Hunderte Gras- und Moorfrösche sowie Erdkröten anzutreffen waren, kämen sie heute so gut wie nicht mehr vor.
Ein Problem laut BUND: die zunehmende „Vermaisung“, also der übermäßige Anbau von Mais. Dabei wird sehr viel Unkrautvernichtungsmittel wie Glyphosat verwendet, und in Hamburg ist nicht geklärt, welcher Abstand zu wasserführenden Gräben eingehalten werden muss. „In der landwirtschaftlichen Praxis werden zum Teil Feldwege und Gräben einfach „mit behandelt“, ärgert sich Paul Schmidt.
Mehr zum Thema gibt‘s am Mittwoch, 21. Juli, um 18.15 Uhr in der Nordreportage im NDR-Fernsehen. Unter dem Titel „Der für den Kiebitz kämpft“ wird der Film über den langjährigen BUND-Vorsitzenden Harald Köpke und dessen Einsatz für die Natur auf der Elbinsel berichten.

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