Der Schulungsraum der HHanseStrolche befindet sich direkt am Eidelstedter Marktplatz

Mit den „HHansestrolchen“ hilft der ambulante Kinderhospizdienst schwerkranken Kindern und ihren Eltern zuhause. Doch die Pandemie macht Besuche der ehrenamtlichen Helfer:innen unmöglich – deswegen geht Koordinatorin Marita ungewöhnliche Wege

Marita, viele unserer Leser:innen kennen die HHanseStrolche vielleicht noch gar nicht. Was macht Ihr?
Wir sind ein ambulanter Kinderhospizdienst. Unsere ehrenamtlichen Helfer gehen nach Hause zu den Familien und entlasten sie in ihrem Alltag. Das gibt den Eltern und den Geschwisterkindern die Möglichkeit, für ein paar Stunden Kraft zu schöpfen. Wenn ein Kind unheilbar erkrankt ist, trifft diese Diagnose ja die ganze Familie.

Was machen die ehrenamtlichen Helfer:innen konkret?
Sie schenken den Familien einmal pro Woche für ein paar Stunden Zeit. Was sie genau tun, hängt ganz davon ab, was die jeweilige Familie braucht, die sie begleiten. Es kann bedeuten, mit einem gesunden Geschwisterkind zu spielen oder Ausflüge zu machen. Vielleicht brauchen die Eltern auch einfach nur jemanden der ihnen zuhört. Für die Familienbegleitung werden unsere Ehrenamtlichen gründlich geschult.

Die Pandemie dauert nun schon lange. Wie geht es den betroffenen Familien?
Sie können einfach nicht mehr. Die Kinder, um die es bei uns geht, sind alle sehr schwach. Covid könnte sie in Lebensgefahr bringen. Die Eltern sind da natürlich extrem vorsichtig, wollen möglichst wenige Kontakte von außen. Deswegen konnten unsere Ehrenamtlichen kaum Unterstützung zuhause bieten. Eine Zeit lang haben die Familien es mit enormer Anstrengung geschafft, ihre kranken Kinder fast allein zu versorgen. Aber die Reserven sind mehr als aufgezehrt. Einige Familien sind jetzt finanziell stark gefährdet. Wir haben auch den Eindruck, dass die Kinder eine Art depressive Verstimmung bekommen.

Wie könnt Ihr den Familien dann jetzt helfen?
Es fehlt jetzt oft an den grundlegenden Dingen. Ich gehe ganz ungewöhnliche Wege, um individuell zu unterstützen. Ich verteile Gutscheine von Lidl, Edeka oder REWE an Eltern, das hilft ganz konkret und sofort. Und ich versuche, für einzelne Kinder, die keine digitalen Endgeräte haben auch Laptops und Tablets zu kaufen.

Was können die Leser:innen tun, um zu unterstützen?
Tatsächlich würden uns Gutscheine für Lebensmittelhändler gerade sehr helfen. Also zum Beispiel ein 20-Euro-Gutschein von Lidl oder Rewe. Und ich baue gerade ein „Sozialcafé“ für die Zeit nach Covid auf, in das die Familien kommen oder uns anrufen können. Wir wollen mit sozialrechtlicher Beratung helfen, Vernetzung schaffen, die Eltern durch den Antrags-Dschungel begleiten, und wir wollen ein Ort sein, an dem die Eltern jemanden zum Reden finden. Dafür bräuchten wir Geld für Minijobs, mit denen wir die Beratung finanzieren, einen Kaffeeautomaten, regelmäßige Getränkespenden. Und für die HHanseStrolche bedeutet die Pandemie: Vorbereitet sein auf die Zeit danach. Die Familien werden mehr Hilfe denn je brauchen.

Was heißt das konkret?
Ich brauche ehrenamtliche Mitarbeiter, damit wir weiteren Familien eine Begleitung ermöglichen können. Wir wollen ein Signal an unsere Familien senden: Wir sind da. Lieber Leser:innen, kommen Sie in unseren neuen Online-Kurs und werden Sie ein HHanseStrolch!

Wie sieht der Kurs aus?
Wir haben die Zeit genutzt und können ihn jetzt als Online-Schulung anbieten. Wir bereiten darin die Ehrenamtlichen auf die psychosoziale Begleitung vor und bilden sie zu Kinderhospizbegleiter:innen aus. Sobald es wieder möglich ist, bieten wir auch die Kurse in unserem Schulungsraum am Eidelstedter Marktplatz an. Für Termininformationen oder Fragen rufen Sie mich einfach an.

Für wen sind die HHansestrolche das Richtige?
Unsere Ehrenamtlichen sind in jeder Altersgruppe zu finden, darunter sind Student:innen aber auch Rentner. Wichtig ist, dass sie bereit sind, jede Woche ein paar Stunden ihrer Zeit zu schenken.

Weitere Infos:
www.hhansestrolche-hamburg.de

Marita Kretschmer

Tel. 040-55 61 67 12

 

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