Der Kasten ist leer, die nächtliche Party geht zu Ende. Am Wochenende haben Tausende in Hamburger Parks gefeiert, meist mit viel Alkohol und wenig Abstand.Foto: hamburg News

Corona-Pandemie: Weitere Lockerungen beschlossen. Singen in
Kirchen ist erlaubt, Tanzen im Freien bleibt (noch) verboten.
Schulbehörde wird keine Luftfilter für Klassenräume anschaffen

Olaf Zimmermann, Hamburg. Angesichts der niedrigen Ansteckungszahlen hat der Hamburger Senat weitere Corona-Regeln gelockert. Private Feiern sind erlaubt, es dürfen sich zehn Menschen aus zehn Haushalten treffen, an Veranstaltungen können mehr Besucher teilnehmen. Sogar das Singen in der Kirche ist unter Auflagen wieder möglich. Allein Tanzen bleibt vorerst verboten. Doch der Druck auf den Senat, auch die Außenbereiche von Clubs zu öffnen, steigt.

„Die Aufhebung des Tanzverbots für Hamburg und die Freigabe von legalen Tanzflächen könnte an vielen Stellen für Erleichterung sorgen“, sagt Norbert Hackbusch, kulturpolitischer Sprecher der Linksfraktion. „Die Clubs könnten wieder Programm anbieten, DJs könnten wieder arbeiten und die Menschen könnten sich unter verantwortungsvollen Bedingungen bewegen und Musik genießen Es wäre eine Win-Win-Win-Situation.“
„Wir müssen betonen, dass wir noch nicht am sicheren Ufer sind“, mahnt Bürgermeister Peter Tschentscher und verweist auf die schnelle Ausbreitung der zuerst in Indien entdeckten ansteckenderen Corona-Variante. Um dagegen gewappnet zu sein, muss die stotternde Impfkampagne schnell wieder auf Touren kommen. Im Impfzentrum in den Messehallen wurden Dienstag 52.000 Impftermine bereitgestellt – allerdings nur für alle über 60 Jahren sowie für Menschen mit bestimmten Erkrankungen.

Auch Impfungen vor Ort in ärmeren Vierteln, wie vor Wochen erfolgreich im Jobcenter Wilhelmsburg durchgeführt, können ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die Pandemie. sein. Die Sozialbehörde plant, solche Aktionen zu wiederholen. Die Vorbereitungen laufen, doch es fehlt an Impfstoff. „Sobald sich durch neue Lieferungen weitere Spielräume ergeben, sollen entsprechende Aktionen kurzfristig umgesetzt werden“, teilt Martin Helfrich, Sprecher der Sozialbehörde, mit.
An den Hamburger Schulen soll es nach den Sommerferien vollen Präsenzunterricht geben. Sicherheitsmaßnahmen wie zwei Tests pro Woche, Maskenpflicht in Innenräumen, regelmäßiges Lüften und die Trennung von Altersgruppen bleiben in Kraft. „Immer neue Virusvarianten und die Probleme bei der Beschaffung des Impfstoffes bleiben ein Risiko. Deshalb gilt: Lieber testen und lüften als Schulen schließen“, so Schulsenator Ties Rabe.
Eine Ausstattung der Klassenräume mit mobilen Luftfilteranlagen ist nach Auskunft der Schulbehörde nicht vorgesehen. Auch fest installierte Luftfilter, deren Anschaffung und Einbau in Schulen und Kitas vom Bund finanziell gefördert wird, soll es in Hamburg nicht geben. „Planung und Installation einer solchen Anlage für ein Bestands-Schulgebäude würde nach Auskunft von Fachleuten je nach baulichen Gegebenheit mindestens ein Jahr dauern, hilft für das kommende Schuljahr also nicht“, sagt Schulbehördensprecher Peter Albrecht.

Corona-Zahlen
Die Sieben-Tage-Inzidenz (Anzahl der durchschnittlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner) beträgt in Hamburg 10,3 (Stand 23. Juni). Seit Beginn der Pandemie haben sich 77.212 Hamburger mit Corona infiziert, rund 74.900 Personen gelten als geheilt (Stand 23. Juni). 576.957 Hamburger sind vollständig geimpft (Stand 22. Juni). Laut Robert-Koch-Institut sind bislang 1.588 Menschen in Hamburg an Corona gestorben (Stand: 22. Juni).
Die zuerst in Indien entdeckte Virus-Variante wurde in Hamburg bislang in 27 Fällen nachgewiesen (Stand 22. Juni).

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