Die Kinder üben mit ihren Zirkustrainer*innen.

die Aufzeichnung kann ab 25. Juni online kostenfrei angesehen werden: https://finkenau.de/kita/musikkindergarten/

Mit viel Phantasie, Einsatzfreude und jeder Menge Technik haben das Stadtdomizil, die Circusschule Die Rotznasen e.V. und der Musikkindergarten der Stiftung Finkenau umgesetzt, was in der Pandemie unmöglich erschien: gemeinsam Zirkus machen. Gemeinsam, das bedeutet: alle drei Kooperationspartner mit 12 Kindern und 12 Senior*innen. Ihr Können hat die neue Zirkusfamilie in einer bunten Live-Aktion am 23. Juni 2021 präsentiert, die Aufzeichnung ist ab 25. Juni online verfügbar. Innerhalb von zwei Monaten haben sich 24 Zirkusbegeisterte zwischen 5 und 96 Jahren vom Trainerteam der Circusschule zu Nachwuchsartisten ausbilden lassen.

Gemeinsames Training

Vom Herzenswunsch zur Umsetzung

Wie können Menschen aus verschiedenen Einrichtungen im Lockdown zusammen sein? Und wie könnten sie sogar gemeinsam wieder Zirkus machen? Diese Fragen standen am Anfang der Suche nach einem Weg, um das Miteinander der Musikkindergarten-Kinder und der Stadtdomizil-Senior*innen auch in der Pandemie gesundheitlich sicher zu gestalten. Live-Begegnungen waren ausgeschlossen, das Risiko einer möglichen Ansteckung zu hoch. Die Lösung fand sich zusammen mit dem Verein Die Rotznasen: eine digitale Ausbildung zum Zirkusartisten. Dafür musste einiges an Technik in den verschiedenen Einrichtungen aufgefahren werden: Beamer und Großbildleinwände wurden installiert, Webcams aktiviert und eine internetbasierte Kommunikationsplattform eingerichtet. So konnten sich Kinder, Senior*innen und Trainer*innen im geschützten Rahmen einmal pro Woche online „treffen“, miteinander trainieren und Stück für Stück die Artistenkunst lernen. „Zu sehen, wie fröhlich und einander zugewandt diese beiden Generationen, die in der Corona-Krise so stark gelitten haben, miteinander Zirkus spielen, ist mehr als herzerwärmend. Das gibt allen Beteiligten viel Kraft und Lebensfreude!“, freut sich der Projektleiter Arne Schulz von der Circusschule Die Rotznasen e.V. über die geglückte Umsetzung.

Viel Spaß, Bewegung und menschliche Nähe bedeutet das Projekt für alle Beteiligten

Balancieren und jonglieren kann man auch online lernen.

Der Mitmachzirkus funktioniert auch online, da sind sich Klein und Groß, Jung und Alt, Profi-Artisten und Artisten-Azubis einig. Was durch die digitalen Sessions ungewöhnlicher und organisatorisch aufwendiger geworden ist, bringt die 79-jährige Grete, Bewohnerin von Stadtdomizil, auf den Punkt „Das macht man jetzt eben so!“. Zirkustrainerin Mareike stimmt ihr zu und freut sich über die gefundene Lösung „Zirkus verbindet, auch mit Abstand. Es macht mich glücklich, das mitzuerleben.“ Denn ein Lichtblick waren die fröhlichen Stunden des gemeinsamen Eintrainierens von Zirkusnummern besonders in den kontaktarmen Monaten des Lockdowns. Und eine willkommene Abwechslung, bei der man etwas Neues lernen kann, auch digital, auch im höheren Alter. „Man kann bei jedem etwas finden, was zu schaffen ist und Spaß macht. Es geht mehr als man denkt und es ist schön zu sehen, wie die Senioren*innen dabei aus sich herauskommen.“, so Zirkustrainerin Uli.

Eine Nachwuchsartistin lernt jonglieren.

Generationenübergreifende Treffen wirken positiv auf Jung und Alt

„Für die Kinder ist das Projekt ein Highlight. In den letzten Monaten hatten sie keinen oder kaum Kontakt zu älteren Menschen. Besuche der Groß- und Urgroßeltern waren sehr selten geworden. Um aber Verständnis füreinander zu entwickeln und voneinander zu lernen, ist ein regelmäßiger Austausch zwischen Jung und Alt unersetzlich. Deshalb fördern wir im Musikkindergarten solche Zusammenkünfte“, erklärt Kai Schnabel, musikalischer Leiter des Musikkindergartens. Sein Kollege und Mitarbeiter des Finkenau Vorstands, Marko Bleiber, hat dieses Thema ausführlich am Beispiel der Kita Eulennest untersucht, einer Einrichtung der Stiftung Finkenau in Barmbek, die mit der benachbarten Seniorenresidenz von Beginn an einen intensiven Austausch und regelmäßige Zusammenkünfte von Alt und Jung pflegt. (Für weitere Informationen dazu kontaktieren Sie uns gerne.)
Live-Aktion mit Presse: Am Mittwoch, den 23. Juni 2021 um 10:15 Uhr, präsentierte die neu entstandene Zirkusfamilie ihre äußerst lebendige und musikalische Abschlussaufführung im Schanzenviertel. Medienvertreter*innen waren herzlich eingeladen, entweder im Stadtdomizil (Lippmannstr. 19-21) oder im Musikkindergarten (Lagerstr. 34a) dabei zu sein. Vor Ort wurden alle notwendigen Corona-Schutzmaßnahmen eingehalten.

Zuschauer*innen werden von Zirkusdirektor Willi unterm analogen und gleichzeitig virtuellen Zirkusdach begrüßt. Direktor Willi bewegt sich ganz „zauberhaft“ zwischen Musikkindergarten und Stadtdomizil, er führt die Gäste von Zirkusnummer zu Zirkusnummer, nachdem es tönt „Manege frei und Applaus für die kleinen und großen Clowns und Artisten!“

Das ist Zirkusdirektor Willi, er führt durch das bunte Programm.

Wann ist die Vorstellung für die Öffentlichkeit verfügbar?

Nach der Veranstaltung wird die Aufzeichnung ab Freitag, 25.06., auf der Website des Musikkindergartens unter der Rubrik „Multimedia“ kostenfrei abrufbar sein: https://finkenau.de/kita/musikkindergarten/.

Sich am besten schon jetzt den Termin für einen fröhlichen Zirkusabend eintragen und vom heimischen Sofa aus mit einem Mausklick ins Zirkuszelt eintreten.

Eine Kunstübung mit Tuch wird vorbereitet.

 

Fakten zum Stadtdomizil
Seit 2002 gibt es das Stadtdomizil im Hamburger Schanzenviertel, eine innovative Pflegeeinrichtung mit dem Ansatz der ganzheitlichen Pflege von Menschen mit Demenz und/oder starken körperlichen Einschränkungen. Derzeit ist das Stadtdomizil der Lebensort von 199 Bewohner*innen von 46 bis 96 Jahren, die mit ihren Betreuer*innen aus insgesamt 30 Nationen stammen. Aus einer solchen Vielfalt entstehen kreative und für Pflegeheime außergewöhnliche Angebote. Im Fokus stehen dabei generationsübergreifende Aktivitäten. So unterhält das Stadtdomizil seit 2012 bundesweit einmalig einen Schrebergarten, in Kooperation mit einer Schule läuft ein Theaterprojekt und seit 2019 gibt es den Mitmachzirkus „Die Rotznasen“. Ziel dabei ist stets, das Miteinander von Jung und Alt lebendig zu gestalten.

Fakten zur Circusschule Die Rotznasen e.V.
Die Circusschule Die Rotznasen e.V. ist die erste freie Zirkusschule Hamburgs und hat sich seit 1991 als freizeitpädagogische Institution in den sozialen Brennpunkten St. Pauli/ Altona etabliert. Als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe bietet sie ca. 160 Kindern und Jugendlichen von 4 bis 20 Jahren regelmäßigen, wöchentlichen Zirkusunterricht an: Von Akrobatik über Trapezartistik, Jonglieren und Seillaufen bis hin zu Theaterimprovisationen und Hochradfahren. So können psychomotorische Fähigkeiten altersgemäß und individuell gefördert werden. Als Teil einer wertschätzenden Gemeinschaft und eingebunden in eine verlässliche äußere Struktur, können die jungen Artisten ihre Fähigkeiten erleben und so ihr Selbstvertrauen stärken und entwickeln – was wichtige Voraussetzungen zur Sucht- und Gewaltprävention sind.

Fakten zur Stiftung Kindergärten Finkenau
Uta Mette, Linda Köster und Konrad Mette leiten als Vorstand die Stiftung Kindergärten Finkenau (aktiv seit 1975), die im Hamburger Stadtgebiet 27 Kitas betreibt und die Nachmittagsbetreuung an vier Schulen organisiert. Die Finkenau beschäftigt ca. 520 Mitarbeitende, die sich täglich um mehr als 2.500 Kinder kümmern. Zu den Einrichtungen zählen u.a. der Musikkindergarten mit seiner engen Verbindung zur Staatsoper, die Kita Sonnenschein mit ihrer besonderen Rolle als Standort der Gedenkstätte „Kinder vom Bullenhuser Damm“ und die 2019 eröffnete Kita Kindertraum im Eilbeker Jacobipark. Das pädagogische Konzept entwickeln Vorstand und Mitarbeitende gemeinsam kontinuierlich weiter. Dazu gehören u.a. Inklusion von Kindern mit Behinderungen und Mehrsprachigkeit in den Kitas.

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