Barnabas Crocker (FDP-Kreisvorsitzender Süderelbe) plädiert in der Neugrabener Bahnhofstraße für die Benutzung von Parkscheiben. Parkscheinautomaten lehnt er ab. Foto: wit

Wolfgang Wittenburg/Olaf Zimmermann, Süderelbe. Im Bezirk Harburg spitzt sich die Parksituation in einigen Wohngebieten weiter zu. Im Phoenix-Viertel, rund um die Technische Universität, aber auch im Neugrabener Zentrum wird jeder freie Platz zugestellt – egal ob Einfahrt, Halteverbot oder Feuerwehrzufahrt. Laut rot-grünem Koalitionsvertrag sollen in dieser Legislaturperiode in Hamburg zwar 20 Anwohnerparkzonen entstehen, ob eine davon im Hamburger Süden eingerichtet wird, ist mehr als ungewiss. Laut Verkehrsbehörde gibt es aktuell keine konkreten Planungen.
Bei der FDP Süderelbe ist man ganz froh, dass im Neugrabener Zentrum kein Anwohnerparken eingerichtet wird. Schon dass hier die knapp 270 öffentlichen Stellplätze „bewirtschaftet“ werden, wie es im Behördendeutsch heißt, ist den Liberalen ein Dorn im Auge.
Wer sein Auto hier abstellen möchte, muss ein Ticket am Parkschein-Automaten kaufen. „Das senkt den Anreiz, den lokalen Einzelhandel zu nutzen, insbesondere in Corona-Zeiten und fördert den Online-Handel“, sagt Barnabas Crocker (Vorsitzender FDP Süderelbe). Seine Partei ist gegen Parkschein-Automaten und für die Nutzung der guten, alten Parkscheibe. „Sogar eine Stunde freies Parken ist im Bereich Neugraben durchaus zumutbar und wäre eine echte Chance für den Handel.“
Doch eine Abschaffung der Parkschein-Automaten kommt für die zuständige Verkehrsbehörde nicht in Frage. „Das widerspricht Beschlüssen der Bezirksversammlung Harburg und wird dementsprechend nicht weiterverfolgt“, erklärt Dennis Krämer, Sprecher der Verkehrsbehörde.

Parkraumbewirtschaftung
In Bereichen, in denen es mehr Autos als Parkplätze gibt, ist eine Parkraumbewirtschaftung erforderlich. Die zur Verfügung stehenden Parkplätze sollen effizient zwischen Anwohnern, Besuchern und Kunden aufgeteilt und der Parkplatzsuchverkehr reduziert werden. Weitere Ziele können die Steigerung der Attraktivität von Bahn & Bus im Verhältnis zum Auto sowie das Erzielen von Einnahmen sein.
Als Mittel stehen zur Verfügung: Halteverbote, Parkscheibenregelung, Parken mit Parkschein, Anwohnerparkplätze, freies Parken.
Rund 35 Prozent der geahndeten Parkverstöße in Hamburg wirken sich nach Angaben der Verkehrsbehörde auf die Verkehrssicherheit aus. Dies sind insbesondere Verstöße gegen Feuerwehrzufahrten, Geh- und Radwege, in zweiter Reihe parken.

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