Mit Stau muss gerechnet werden: die vielbefahrene Elbchaussee – hier in Höhe Nienstedtener Kirche. Foto: ADFC

Von Ch. v. Savigny, Elbvororte

Mit einem ungewöhnlichen Vorschlag zur Umgehung der derzeit sehr stauanfälligen Elbchaussee haben sich Grüne und CDU in der letzten Bezirksversammlung zu Wort gemeldet. Die Idee: Durch mehr Fähren der Hadag-Linien 62 und 64 sollen mehr Pendler aufs Wasser gelockt werden und so die Elbchaussee entlasten.
„Es ist unstrittig, dass die Baumaßnahmen auf der Elbchaussee durchgeführt werden müssen“, sagt Jonas Timm, wirtschaftspolitischer Sprecher der Altonaer CDU-Fraktion. „Aber die Stadt muss dafür sorgen, dass die Beeinträchtigungen so gering wie möglich bleiben – insbesondere jetzt, wenn die Zeiten des strikten Home-Office und der Kontaktbeschränkungen allmählich vorbei sind. Wir fordern die Verkehrsbehörde deshalb auf, den Linienbetrieb der Elbfähren während der gesamten Sanierungszeit so zu erweitern, dass die Menschen möglichst schnell und störungsfrei über den Wasserweg aus den Elbvororten in die Innenstadt und zurückkommen. Auch der Einsatz zusätzlicher Fähren auf der Strecke muss geprüft werden“, so Timm. Der Antrag der beiden Fraktionen wurde mehrheitlich angenommen.

Zwischen den Landungsbrücken und Finkenwerder (Linie 62) verkehren Fährschiffe des Typs Bügeleisen. Foto: Hadag

Konkret schlagen CDU und Grüne vor, den Fährbetrieb bis nach Blankenese und Wittenbergen zu verlängern. „Durch die Baumaßnahmen an der Elbchaussee wird es in den kommenden Jahren zu erheblichen Ausweichverkehren kommen. Damit dies zu so wenig Belastungen wie möglich führt, muss der ÖPNV gestärkt werden,“ so Holger Sülberg, verkehrspolitischer Sprecher der Altonaer Grünen-Fraktion.
Auch wenn die Reise auf dem Wasser sicher ihren Reiz hätte – schneller vorankommen würde man nicht: Allein von der Haltestelle Dockland (entspricht grob dem Anfangspunkt der Elbchaussee) bis Finkenwerder benötigt die Fähre laut Fahrplan 21 Minuten. Bis Wittenbergen müsste man wohl mit einer knappen Stunde rechnen. Auf der Straße – rund 8,6 Kilometer ist die Elbchaussee lang – dauert die Autofahrt ohne Stau laut Google Maps etwa 20 Minuten.
Die Hadag lehnt den Vorschlag bislang ab, weil es mit der parallel verlaufenden S-Bahn bereits eine starke Alternative gebe: „Die Umgestaltung von bestehenden Linien würde zu einer starken Verlängerung von Fahrtzeiten führen, und die Anbindung an andere Verkehrsträger an den zahlreichen Haltestellen wäre kaum zu gewährleisten“, so Hadag-Vorstand Tobias Haack. Zudem hätte das Unternehmen dafür nicht genug Schiffe.

1 KOMMENTAR

  1. Rechtzeitig zur Ferienzeit kommen solche „Vorschläge“! Wer als Autofahrer die Elbchaussee o die Umleitungen meiden will, sollte in die S-Bahn steigen. Die Stationen haben entweder Parkraum (sehr wenig) oder sind an den Busverkehr angeschlossen. Am Falkenstein Ufer, in Blankenese und in Teufelsbrücke gibt es praktisch keine Parkplätze. Dazu kommen die lange Fahrtzeit, sowie der Umstieg in Finkenwerder ….. eine Totgeburt dieser Vorschlag!

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