Stellen wurden abgebaut: Das Team des Lukas Suchthilfezentrums. Foto: pr

Lukas Suchthilfezentrum muss Betrieb einschränken – trotz großen Bedarfs

Carsten Vitt, Hamburg-West

Wo liegt das Problem?
Laut dem Lukas Suchthilfezentrum deckelt die Stadt Hamburg seit vielen Jahren die gezahlte Summe für die Arbeit des Suchthilfezentrums in der Luruper Hauptstraße 138. Doch durch steigende Kosten, etwa nach Tariferhöhungen beim Personal, wird der finanzielle Spielraum immer enger.

Was bedeutet das konkret?
Weniger Personal. „2010 hatten wir 17,05 Planstellen, 2021 sind es nur noch 13,94 und 2022 werden es 13,71 Stellen sein“, so Barbara Grünberg, stellvertretende Lukas-Leitung. „Zwischen 2010 und 2022 wurden beziehungsweise werden somit 3,34 Vollzeitstellen im Lukas Suchthilfezentrum abgebaut.“

Was sind die Folgen?
Das Angebot schrumpft: Sofort-Beratungen ohne Anmeldung, Terminsprechstunden, die persönliche und telefonische Erreichbarkeit sowie die Öffnungszeiten mussten eingeschränkt werden. Das Lucafé wurde freitags geschlossen. „Es gab und gibt immer wieder wochen- bis monatelange Wartezeiten auf weiterführende Beratungen im Lukas Suchthilfezentrum“, so Grünberg. Dabei ist die Nachfrage groß. „Die Mitarbeitenden stehen unter Druck, denn sie möchten Menschen mit Suchtproblemen schnell und unkompliziert Unterstützung geben.“

Gibt es mehr Geld?
Eher nicht. Die Sozialbehörde sieht dafür keinen Anlass. Vertraglich sei dem Diakonischen Werk, zu dem die Lukas Suchthilfe gehört, eine „größtmögliche Flexibilität“ gewährt worden, um ein „bedarfsgerechtes Angebot auch weiterhin machen zu können“, so Sprecher Martin Helfrich. Lukas habe zusätzlich Geld für Computertechnik bekommen. Mit dem Geld von der Stadt habe die Suchtberatung auch in Pandemiezeiten ihr Angebot weitgehend aufrecht erhalten können. „Die Sozialbehörde plant, an dieser Unterstützung festzuhalten“, so Helfrich.

www.lukas-suchthilfezentrum.de

Lukas Suchthilfe

Die Einrichtung wurde 1979 im Osdorfer Born gegründet. Mit jährlich mehr als 1.200 Klienten (Stand 2019) gehört sie zu den den größten Drogenberatungs- und Behandlungszentren Norddeutschlands.
Behandelt werden Probleme mit Alkohol, Medikamenten, Cannabis, Kokain, Heroin, sowie Glücksspiel-, Medien- und Internetsucht. Für die Kosten kommen die Renten- oder die Krankenversicherungen auf. CVS

 

 

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